Drohnen aus dem Drucker: US-Luftwaffe setzt auf 3D-Technologie

3D-gedruckte Drohne vor dem Erstflug bei einer Blue-Horizons-Demo auf der Eglin AFB in Florida, 25. April 2024. Foto: Samuel King Jr / U.S. Air Force

Schneller, effizienter, billiger und tödlicher. Wie die Kombination von 3D-Druck und KI die Kriegsführung revolutionieren könnte.

Die US-Luftwaffe hat mithilfe von 3D-Druckern Mini-Kampfdrohnen entwickelt, wie die französische IT-Nachrichtenwebsite Numerama aufmerksam macht.

Die Kriegsführung der Zukunft wird maßgeblich von Drohnen bestimmt werden. Insbesondere der aktuelle Konflikt in der Ukraine hat die Entwicklung von Kampfdrohnen beschleunigt. Der Fokus liegt dabei auf Geschwindigkeit und Effizienz - Eigenschaften, die durch den Einsatz von 3D-Druck und Künstlicher Intelligenz (KI) optimiert werden könnten.

Ukrainischer Drohnenbedarf führt zu Schnellentwicklung

Die Ukraine hat den Bedarf an schnellen, kostengünstigen Drohnen für den Kriegseinsatz bereits erkannt. Es wird berichtet, dass das Land schon jetzt über eine Flotte von 20 unterschiedlichen Langstreckendrohnen-Typen verfügt.

Deren schnelle Produktion stellt bisherige Entwicklungszyklen in der westlichen Rüstungsindustrie in den Schatten. Die Fähigkeit zur Improvisation und raschen Anpassung an die Bedingungen eines vollskalierten Krieges wurde hierbei zur Notwendigkeit.

Die Rolle der Künstlichen Intelligenz

Aber nicht nur die Geschwindigkeit der Produktion ist entscheidend. Die Integration von KI in den Drohnenbetrieb könnte in Zukunft eine Schlüsselrolle spielen. Die Steuerung von Hunderten von Drohnen durch Künstliche Intelligenz könnte trotz geringer Leistung und Qualität der Einzeldrohne zu einem überwältigenden Erfolg auf dem Schlachtfeld führen.

Hierbei spricht man von dem Prinzip der "Übersättigung": Eine Vielzahl von in diesem Falle Drohnen würden ein einzelnes Ziel angreifen und die möglicherweise vorhandenen Gegenmaßnahmen übersättigen, also überfordern.

Zukunftsvision: KI-konstruierte Drohnen

Die Weiterentwicklung dieses Ansatzes könnte sogar so weit führen, dass KI nicht nur für die Steuerung, sondern auch für den Bau der Drohnen genutzt wird. Die KI könnte also direkt Datenpunkte vom Schlachtfeld sammeln und unmittelbar in die Konstruktionsverbesserung einfließen lassen.

Einsatz von 3D-Druck in der Ukraine und Russland

Sowohl in der Ukraine als auch in Russland wird bereits der 3D-Druck zur Herstellung von Drohnen genutzt. Der im 3D-Drucker gedruckende Rumpf des Flugkörpers ersetzt größere Plastikpressen und ermöglicht eine räumlich dezentralisierte und miniaturisierte Fertigung – und das zu ähnlich geringen Kosten wie das spezialisierte Formpressen ermöglichen. Nur eben langsamer.

US Air Force testet autonome Flugzeugherstellung innerhalb von 24 Stunden

Ein Team der US Air Force, bekannt als "Black Phoenix", hat kürzlich nach eigenen Angaben einen Meilenstein erreicht, indem es innerhalb von 24 Stunden ein autonomes Flugzeug entworfen, gebaut und geflogen hat.

Das Team nutzte die automatisierte Konstruktionssoftware von Titan Dynamics, um einen aerodynamischen UAS-Körper (Unmanned Aircraft System) zu entwerfen.

Der Designcode wurde in 3D-Drucker eingespeist, um die leichten UAS-Körperteile herzustellen. Sobald alle Teile gedruckt waren, baute das Team das neu geschaffene UAS, das speziell für seine Einsatzparameter entwickelt wurde.Unmanned Aircraft System

Wirtschaftliche Aspekte

Bei der Herstellung der Drohnen spielen auch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle. Die Drohnen müssen nicht nur schnell, sondern auch kostengünstig produziert werden können. Laut Oberstleutnant Peter Dyrud, einem Mitglied des Black Phoenix Teams, sind die Risiken durch den Einsatz von handelsüblichen Teilen und die geringen Investitionskosten relativ gering.

Dabei reagieren die US-Streitkräfte auf die Anforderungen des modernen Schlachtfelds, die sich in der Ukraine gezeigt haben. Es muss schnell auf die Entwicklungen des Gegners reagiert werden können, es stehen wahrscheinlich keine spezialisierten Komponenten noch aus Friedenszeiten zur Verfügung, so dass die Produktion aus hochverfügbaren Standardkomponenten speisen muss.

Einschätzung

Die Entwicklungen im Bereich der Drohnentechnologie sind rasant. Die Kombination von 3D-Druck und KI-Steuerung könnte die Kriegsführung revolutionieren.

Es würden also nicht nur autonome KI-Kriegsgeräte aufeinandertreffen, sondern die Ergebnisse dieses Aufeinandertreffens würde auch ohne weitere Umwege in einen autonomisierten KI-Entwurfs- und Produktionsprozess einfließen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Technologien weiterentwickeln und welche Auswirkungen sie auf zukünftige militärische Konflikte haben werden.