Goldpreis auf Rekordhoch: Investoren fliehen in sichere Häfen

Zentralbanken stocken ihre Goldreserven derzeit auf

(Bild: superbeststock/Shutterstock.com)

Der Goldpreis erreicht ein historisches Hoch. Anleger suchen nach sicheren Häfen für ihr Kapital. Was der Goldpreis mit Donald Trumps Zollankündigungen zu tun hat.

Die Goldpreise sind seit Montag auf ein Allzeithoch gestiegen, angetrieben durch die Flucht der Investoren in sichere Anlagen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, war der Auslöser für den Preisstieg die von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle gegen Kanada, China und Mexiko, die Befürchtungen einer steigenden Inflation und eines gebremsten Wirtschaftswachstums geschürt haben.

Gold auf Allzeithoch

Der Preis für eine Unze Gold stieg am Montag um 0,8 Prozent auf 2818,99 US-Dollar und erreichte zwischenzeitlich ein Rekordhoch von 2830,49 US-Dollar. Auch am Mittwoch setzte sich der Aufwärtstrend fort, mit einem Handelspreis von 2867,43 US-Dollar bzw. 2751,01 Euro am Mittag.

Trumps Entscheidung, ab Dienstag Einfuhren aus Kanada und Mexiko mit 25 Prozent sowie chinesische Waren mit 10 Prozent zu besteuern, schürte Ängste vor einem Handelskrieg, der das globale Wachstum bremsen und die Inflation anheizen könnte.

Kanada kündigte Vergeltungsmaßnahmen an, während China erklärte, die Zölle bei der Welthandelsorganisation (WTO) anzufechten und Gegenmaßnahmen erließ (Telepolis berichtete).

Märkte zeigen sich risikoavers

"Die Handelskonflikte haben die Risikoaversion an den Märkten deutlich erhöht und die Goldpreise auf neue Höchststände getrieben", erklärten Analysten von Citic Securities in einer Studie am Montag. "Wir glauben, dass eine weitere Verschärfung der Handelsspannungen weiterhin als Katalysator für die Goldpreise dienen wird."

Auch David Meger, Direktor des Metallhandels bei High Ridge Futures, führt die Preise auf die zunehmenden Spannungen im globalen Handel zurück.

"Trotz des üblichen dämpfenden Effekts eines starken Dollars auf den Goldmarkt sind die Preise aufgrund der Nachfrage nach sicheren Häfen, die durch die Unsicherheit im Zusammenhang mit Trumps Zöllen angetrieben wird, gestiegen", sagte Meger.

Zentralbank stocken Goldreserven auf

Wie die in Hongkong ansässige South China Morning Post berichtet, haben Zentralbanken auf der ganzen Welt, darunter jene von China, Russland, Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, in den letzten Monaten ihre Goldreserven aufgestockt.

Gold gilt in Zeiten wirtschaftlicher oder geopolitischer Instabilität oft als sichere Anlage. J.P. Morgan erklärte, dass eine Ansteckung durch fallende Aktienkurse den Goldpreis kurzfristig belasten könnte, disruptive Zölle jedoch mittelfristig ein Argument für das Edelmetall seien.

Anleger warten diese Woche auf Daten zu offenen Stellen in den USA, den ADP-Beschäftigungsbericht und den US-Arbeitsmarktbericht, um die Lage der US-Wirtschaft einzuschätzen.

Indes transportieren Bullionbanken Gold aus asiatischen Handelszentren wie Dubai und Hongkong in die USA, um von der ungewöhnlich hohen Prämie der US-Goldfutures gegenüber den Spotpreisen zu profitieren.