Was kann der Preisdeckel auf Gas, Wärme und Strom bewirken?
Seite 2: Preisdeckel für Strom und Gas
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Doch auf Heizen und Warmwasser lässt sich nicht beliebig verzichten – auch wenn 2022 verspricht zum bisher wärmsten Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zu werden. Vielen graut daher vor der nächsten Heizkostenabrechnung, zumal auch die Lebensmittelpreise explodieren und Neukunden inzwischen für Strom 40 Cent und mehr pro Kilowattstunde zahlen müssen.
Ein ganz klein wenig Abhilfe soll ein Preisdeckel für Gas und Strom bringen. Das Bundeskabinett hat letzte Woche zwei Gesetzesentwürfe beschlossen, mit denen die Preise für Gas und Strom beschränkt werden sollen. Am heutigen Donnerstag befasst sich der Bundestag in erster Lesung mit ihnen. Eine Mehrheit scheint sicher.
Geplant ist nach Informationen des Bundeswirtschaftsministeriums, dass vom ersten Januar 2023 bis zum April 2024 für private Haushalte, für kleine und mittlere Unternehmen mit einem Gas- und Wärmeverbrauch unter 1,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr sowie für Pflege-, Forschungs- und Bildungseinrichtungen der Gaspreis auf zwölf Cent brutto pro Kilowattstunde begrenzt wird. Wärme soll für diesen Sektor nicht teurer als 9,5 Cent brutto pro Kilowattstunde werden.
Der Preis für Strom soll für den gleichen Abnehmerkreis auf 40 Cent brutto pro Kilowattstunde begrenzt werden, also inklusive aller Steuern, Abgaben, Umlagen und Netzentgelte. Geplant sind außerdem Hilfen in Härtefällen.
Wie bei den Stromtarifen seit langem üblich soll auch beim Preisdeckel der industrielle Großverbrauch an Gas und Wärme privilegiert werden. Für Industriekunden wird im besagtem Zeitraum der Preis für Gas auf sieben Cent netto und für Wärme auf 7,5 Cent netto pro Kilowattstunde begrenzt.
Übrigens: Die Dax-Konzerne, das heißt die 40 größten deutschen Aktiengesellschaften, schütten in diesem Jahr die höchste Dividende in der Geschichte des Index aus, berichtet das Handelsblatt. Während die Armut angesichts der galoppierenden Inflation um sich greift und mancher hungern muss, schütten sie 54 Milliarden Euro aus. Das wären knapp 660 Euro für jeden der rund 84 Millionen Menschen zwischen Rhein und Oder.
Zwar will die Bundesregierung nun sogenannte Zufallsgewinne der Energiekonzerne abschöpfen, doch soll damit erst ab dem 1. Dezember 2022 begonnen werden. Die bisherigen Traumprofite der Krisengewinnler werden nicht angetastet.