Captain Data schrieb am 05.08.2022 03:56:
Stells dir vor. Nur 3L Spritverbrauch auf 100km statt, wie aktuell üblich bei den PS-Boliden, zwischen 8 bis 15 Litern. Selbst mein Kleinwagen verbollert noch 6 - 8 Liter. Wir könnten die Hälfte sparen mit effizienteren Motoren und dem Hybrid an sich ...
Die Sache ist doch noch viel deprimierender. In der Wirklichkeit wird man durch eine Reduktion des Treibstoffverbrauchs von Automotoren, so begrüßenswert das sein mag, leider kein bisschen CO2 einsparen können - jedenfalls wenn man die Sache übergeordnet und global betrachtet.
Sinkt der Verbrauch im Sektor Mobilität in Deutschland (oder in der westlichen Welt oder global) sinkt zwar die Nachfrage nach Öl, aber das (bereits oder zukünftig) geförderte Öl wird zwangsläufig einer anderen Verwendung zugeführt werden und dort einen entsprechenden CO2 Ausstoß hervorrufen. In der Praxis können sinkende Preise für Rohöl sogar dazu führen, dass Staaten welche Erdöl aber auch Erdgas fördern aus Gründen der Staatsfinanzen sogar gezwungen werden die Fördermengen zu erhöhen, was zwangsläufig auch den Ausstoß von CO2 erhöhen wird. Der einzig nennenswert positive Effekt einer Reduktion des Treibstoffverbrauchs von Automotoren in Deutschland wird sein, dass die SUV-Fahrer in den USA günstiger tanken können.
Es gibt nur wenige Möglichkeiten wie man die Freisetzung von CO2 aus fossilen Energieträgern senken kann:
- Man müsste die Produktion von fossilen Energieträgern weltweit vertraglich begrenzen.
- Deutschland (und viele andere Staaten) könnte die Nutzung von fossilen Energieträgern einstellen, müsste aber weiterhin die gleiche Menge fossiler Energieträger auf dem Weltmarkt kaufen und "Endlagern", zum Beispiel durch Verpressung in die ausgebeuteten Lagerstätten in der Nordsee.
- Man müsste andere grundlastfähige (sonst kommt man bei einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise mit den Kosten nie hin) Energieträger weltweit derart billig und in riesigen Mengen verfügbar machen, dass die Kosten von synthetisch produziertem Öl und Gas tiefer liegen als die heutigen Förderkosten. Dann wird sich der Abbau nicht mehr rechnen und er kommt zum Erliegen.
An dieser Stelle möchte ich Kommentaren anderer Forenten zuvorkommen und darauf hinweisen, dass EE, da die Erträge stark fluktuieren und infolge des hohen Flächenbedarfs dazu niemals geeignet sein werden. Es hilft auch nicht darauf hinzuweisen, dass EE bereits kostengünstiger seien als fossile Energieträger, da man bei der Betrachtung auch die sehr teuren und im notwendigen Umfang wohl nie zu realisierenden Speicher berücksichtigen muss, wenn man gleiches mit gleichem vergleichen möchte.
Alles andre mag zwar schön sein und einem ein gutes Gewissen geben, wird aber nicht helfen den Ausstoß von CO2 global zu reduzieren.