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  • victa

807 Beiträge seit 05.03.2017

Re: Staatsschulden sind ein Verbrechen der Politiker an ihrem Volk!

Das was in irgendwelchen Kleinstaaten "funktioniert", funktioniert nur aufgrund besonderer Gegebenheiten und niemals im Luftleeren Raum. Norwegen hat Bodenschätze und ist sowohl geografisch als auch entwicklungstechnisch (noch) zu nah an den führenden Industriestaaten dran, als das diese mit der gleichen Rücksichtslosigkeit intervenieren können als beispielsweise in den meist südlicher gelegenen Entwicklungs- und Schwellenländern.
Schulden zu machen ist nicht grundsätzlich schlecht. Für größere Organisationen wie Staaten und Unternehmen ist es sogar unerlässlich. Das ist auch überhaupt nicht zu vergleichen mit Schulden die man als Privatperson macht, insbesondere als Lohnabhängig beschäftigte oder Kleinstunternehmer. Das Verhältnis von Chancen und Risiken ist ein ganz anderes.
Im Falle des Staates kommt es darauf an, wessen Interessen er bedient. Vor allem liberale und konservative Regierungen schmeißen ja gerne alles der Besitzenden Klasse in den Rachen. Die schlaueren unter denen akzeptieren immerhin noch ein Mindestmaß an Sozialstaatlichkeit, zur Wahrung des sozialen Friedens (und somit des Status quo). Aber diese Mindestmaß hat man ja bis tief in die Sozialdemokratie hinein gesenkt.
Das allein ist die Grundlage für jene soziale Verwerfungen die leider dazu führen, dass sich immer mehr Menschen extremistischen Positionen zuwenden. Leider vor allem solchen, die weder das Problem verstanden haben noch eine zielführende Lösung anzubieten haben, sondern viel eher nur noch schneller in die Falsche Richtung wollen. Das erklärt auch warum sich plötzlich überall irgendwelche Oligarchen erfolgreich zu politischen Erlösern stilisieren können. Die sagen dann der Staat sei ganz furchtbar böse und kommunistisch, und Staatsschulden seien etwas ganz furchtbar schlimmes, sowie auch Regulierungen und Sozialleistungen. Außer Polizei und Militär, die gehören natürlich immer zu den guten. Wobei da ja auch schon länger wieder private Söldnerheere und "Sicherheitsdienste" zunehmender Beliebtheit erfreuen.
Wenn man keinen Kapitalkonformen Neofeudalismus will, braucht es einen starken Staat, der natürlich auch Schulden macht, sich dabei aber personell wie auch strukturell grundlegend von Kapitalinteressen frei macht. Weil die Reichen davor am meisten Angst haben, stecken sie Unsummen in Propaganda um den Rest der Bevölkerung auf Grundlage oberflächlicher Unterschiede gegeneinander aufzuhetzen.

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