So, wie ich den Artikel verstanden habe, wollte er nur mit Beispielen aus der Presse darauf hinweisen, wie irrational beim Thema Wirtschaft und Preise dort oft argumentiert wird. Und ich sehe das ähnlich.
Da gab es die Gas/Öl-Preisbindung, warum? Und jetzt ist sie wohl weggefallen, warum das? Kein vernünftiges Wort aus der Presse dazu, meist.
Dann spricht er die EZB an, die ja formal, wie einst die Bundesbank auch gesellschaftliche Ziele hat, z.B. die Preisstabilität, aber seit 2008 genau das Gegenteil macht.
Das willkürlich scheinende festgelegte 2% Inflationsziel der EZB. Natürlich weiß man, wenn man sich mit Ökonomie beschäftigt, das eine 0% Inflation nicht nur kaum möglich, sondern auch nicht wünschenswert ist. Ein Teil der Geldmenge wird stetig dem Geldkreislauf durch Sparen entzogen, würde nicht regelmäßig das angepasst bei einer ca. Spar-Quote von 10%, dann müsste die Gesellschaft/Wirtschaft im darauf folgendem Jahr mit nur 90% der Mittel klar kommen, im Jahr darauf mit (grob vereinfacht) 80%, etc. - eine Abwärtsspirale. Die Mär, Banken würden das Gesparte einsammeln und wieder in den Umlauf zielgerichtet und vollständig wieder in Umlauf bringen, stimmt ja so nicht. Daher kann man über diese gesamte Logik nochmal nachdenken, so verstehe ich seine Kritik daran. Warum nicht 3% oder 5% oder ist das Ganze irgendwie Quatsch?
Und natürlich beeinflussen Kartelle, Mono- und Oligopole die Preise, also Konzerne und deren Wirtschaftsmacht, das zu ignorieren und dann auch noch als "Marktwirtschaft" zu interpretieren, ist sträflich dumm. Aber so manche Zeitung macht das so, wie er anhand von Beispielen versucht zu belegen.
Ich kann eure Kritik an dem Artikel in so manchem nachvollziehen, aber grundsätzlich nicht. Er zeigt auf, wie willkürlich der so genannte Markt funktioniert, und wie leicht sich Wirtschafts-Journalisten mit albernen Aussagen abspeisen lassen, und die dann medial massenhaft verbreiten, und am Ende man sich kaum wundern muss, wenn Otto Normal gar nix rafft, und der Irrsinn immer weiter geht - klappt ja.
Der "Markt" macht die Preise ... genau! Das es so manchen Markt gar nicht gäbe, ohne staatliche Absicherung, das es unterschiedliche Märkte gibt, so wie es unterschiedliche Manschaftssportarten gibt, und ein Volleyballspiel gespielt mit Fußballspielregeln nicht funktionieren kann, ist eigentlich ne Binse. Deswegen gibt es unterschiedliche Spielregeln und Schiedsrichter, die darüber wachen, das die eingehalten werden. Bei Fußball würde noch nicht mal nen Hooligan darüber diskutieren, aber bei der "Marktwirtschaft" gibts das nicht - die funktioniert von Zauberhand völlig ohne Regeln, da kann man Fußball mit Volleyball-Regeln spielen, Schiedsrichter braucht es auch nicht, ein "Arbeits-Markt" ist dasselbe wie nen "Kartoffel-Markt" usw.
Diese Irrsinns-Beschreibung habe ich schon im Artikel entdeckt.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (27.10.2021 11:59).