Evaluationsbericht: Und was, bitte, lernen wir daraus?
Natürlich nix. Weil die Datenqualität in Deutschland einfach Scheiße ist.
Man hat es hier nicht so mit den Wissenschaften und der Empirie.
Die Gesundheitsämter hatten teilweise mehrere Tage, bis zu einer Woche, Meldeverzug.
Die Daten sind derart stark anonymisiert und hochaggregiert, dass die kaum für irgendwelche Analysen taugen. Daher haben sich die Wissenschaftler/Entscheidungsträger auch an den Daten aus GB und Dänemark orientieren müssen.
Aber damit haben wir die wunderbare Entkopplung von Maßnahmen und Wirkungen.
Lockdown: Hier ist zumindest klar, dass eine Reduktion enger physischer Kontakte auch zu einer Verminderung der Infektionen führt. Der Effekt verringert sich mit zunehmender Dauer, da immer weniger Menschen bereit sind, den Anweisungen zu folgen.
Das ist halt allgemeines Gelaber. Je höher die Sozialfähigkeit der regionalen Gemeinschaft, desto größer der Effekt. Das konnte man ganz klar an den Zahlen sehen.
Wenn man in die große Glaskugel schaut, dann haben ~1/3 der Bevölkerung eine Corona-Infektion gehabt. Die Länder Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Bayern und das Saarland liegen bei der Sterblichkeit teilweise weit über dem Bundesdurchschnitt. West-Nord liegt teilweise weit darunter. Das passt auch zur Impfverteilung und auch den Infektionszeitpunkt.
Und machen wir uns Mal nichts vor: Wenn die nächste Welle im Herbst oder Winter die Krankenhäuser an die Kapa-Grenze treibt, wird es wieder Lockdowns o. ähnliche Einschränkungen geben müssen.
Kontaktnachverfolgung: Angesichts überlasteter Ämter und bei exponentiell steigenden Zahlen nur in Frühphase einer Pandemie hilfreich.
Das war ungefähr der Zeitraum, als man im Land des Fax noch einigermäßen der Überblick über die Zahlen hatte. Danach war die Maus aus. Immerhin hat man dann irgendwann geblickt, das unser Prekariat und unsere Parallelwelter ein sehr erhöhtes Infektionsgeschehen haben.
2G/3G-Maßnahmen: Der Schutz lässt mit der Zeit, die nach Impfung oder Genesung vergeht, deutlich nach.
Und gleichzeitig gibt es wesentlich mildere Verläufe und weniger Tote. Gibt die Statistik her.
Schulschließungen: Wirkung völlig offen, nicht intendierte Wirkungen hoch, da es kaum Kompensationsangebote für Kinder und Jugendliche gab, die in ärmeren und armen Haushalten und unter prekären sozialen Bedingungen leben. Maskenpflicht: Keine abschließende Beurteilung möglich.
Selbstverständlich hat der alte Seuchenherd Schule einen Multiplikator-Effekt und trägt die Seuche in alle Stadtteile und Schichten. Bei uns ist es schon lange Brauch, auch offensichtlich erkrankte Kinder noch in die Schule zu schicken. Die stören ja sonst den Betriebsablauf. Corona kam über die Schule.
Das andere ist alles Gewäsch. Die prekären sozialen Bedingungen haben nur sehr wenig mit dem Einkommen, aber sehr viel mit der Einstellung der Menschen zu tun.
Da war schon mutig von den Autoren, sich hier gegen Politik und Zeitgeist zu stemmen, die um jeden Preis die Balgen auf die Schule schicken wollen.
Psychosoziale Auswirkungen: Erheblich, besonders für Frauen und junge Menschen.
Das ist alles unseriöser Quark, der auf äußerst dürftigen Datengrundlagen basiert.
Es ist ein alter Hut, dass vor allen Dingen Frauen immer heftigst über alles weinen und einen ganzen Zoo an Therapeuten, Krisen-Quasslern und Ähnlichen am Laufen halten. Das war schon immer so.
Ach, die "jungen Menschen". Also mit der Berücksichtigung von deren Bedürfnissen geht es doch schon seit etlichen Jahren bergab. Klar, dass die aktuelle Wirtschafts- und Coronakrise auch Auswirkungen auf die Leute hat, die gerade in das Berufsleben starten wollen. Immer mehr Luftpumpen, immer unsichere Arbeitsverhältnisse (bezogen auf ein Erwerbsleben) und immer mehr Umverteilung. Zudem kommen die Kinder mit immer weniger Kompetenzen von der Schule. Da fallen etliche Karrierepfade für viele Kinder einfach aus. Die Freuden der Berliner Republik. Und es wird jedes Jahr schlimmer.
Sozial bedingte Ungleichheit wurde nicht als eigenständiges Thema der Pandemiepolitik erkannt. Ausweichmöglichkeiten für Menschen, die in ihrem gewohnten Umfeld nicht hinreichend vor Infektion geschützt sind, gab es kaum, Geschlechterkulturen und -normen wurden retraditionalisiert, ein Gender-Budgeting bei Pandemiemaßnahmen wurde nicht in Betracht gezogen.
Nein, die Pandemie hat nur gezeigt, wo unsere Gesellschaft wirklich steht.
In einer normalen Familie verdient der Vater das Geld, während die Mutter für weniger Geld und Teilzeit in die Bütt geht. Zudem lieben Frauen die sog. "körpernahen Dienstleistungen" und viel Volk drum herum. Na, wer sollte in der Pandemie dann lieber arbeiten gehen? Der Werker oder Büromensch mit überschaubaren Sozialkontakten und viel Luft um den Arbeitsplatz oder jemand der berufsbedingt viel mit Menschen zu tun hat und noch weniger Knete nach Hause bringt?
Statt den Luftpumpen noch mehr Geld hinterher werfen zu wollen: Sorgt doch einfach einmal dafür, dass die Mädels die richtigen Jobs ergreifen.
Ein Mindestmaß an sozialen Kontakten zu engen Bezugspersonen konnte nicht gewährleistet werden, eine enge Kontrolle des Infektionsschutzes besonders dort, wo die Arbeitsbedingungen prekär sind (Fleischindustrie), gab es nicht, die bis dato getroffenen Maßnahmen, um eine Wiederholung der daraus entstehenden Katastrophen zu vermeiden, sind völlig unzureichend.
Wieder einen Haufen Unsinn. Die Arbeitsbedingungen war in der Fleischindustrie nicht prekär. Die hatten dort nur eine Klimaanlage, welche dann auch die Corona-Viren fröhlich durch die Gegend pustete. Ansonsten sollte man sich lieber fragen, in welch bescheuerten System wir mittlerweile gelandet sind. Dort werkeln Expats aus Osteuropa, die hier gerne ihre Lebenskosten minimieren und sich deshalb Wohnungen teilen. Das hier verdiente Geld ist ein gehobenes Einkommen in Osteuropa, trotz ähnlicher Kosten für Güter des täglichen Bedarfs. Tja, die haben hier nicht den üblichen Umverteilungszoo.
Was die Altenheime betrifft: Da haben kräftig Angehörige die Seuche eingeschleppt, die sich dann wunderbar verteilt hat. Was wäre die Alternative gewesen? Die Alten im Heim isolieren, damit diese sich nicht gegenseitig anstecken? Oder einfach einmal Corona durchlaufen lassen, mit heftigen Abgängen, weil in Deutschland ein Altenheim mehr ein Hospitz ist? Im Groben ist es dort ganz gut gelaufen, wenn man sich andere Länder anschaut.
Nichts ist darüber zu hören oder zu lesen, dass aus den Erfahrungen der vergangenen zweieinhalb Jahre an einem Resilienzkonzept im Sinne einer ausreichenden öffentlichen Daseinsvorsorge gearbeitet wird. Eines, das auch für weitere potenzielle Krisen (Hitze, Stromknappheit) tauglich wäre und das zugleich Eingriffe in grundlegende Freiheitsrechte verhindert. Ein solidarisches Resilienzkonzept also.
Was für ein Fasel. Das Rundumsorglospaket für alle Fälle. Da kann die Autorin ja Mal mit vorschlägen kommen. Vor allen Dingen auch zum Thema Finanzierung. Also, wenn wir den Luftpumpen die Finanzierung abstellen, dürfte sich ja etwas Handlungsspielraum ergeben.
Nichts darüber, dass an einer international anerkannten und systematisch verwendeten Definition des Lockdowns gearbeitet wird, was zur Folge hat, dass vergleichbare Evaluationen nicht möglich sind. Ebenso fehlen Ansätze für eine Evaluation der nicht intendierten Folgen von Schul- und Kitaschließungen.
Noch so ein Brüller. Man bekommt in Deutschland nicht einmal die eigene Evaluation auf die Kette, will aber schon das große Powow starten, dass dann für alle Länder verbindlich ist. Herr wirf Hirn.
Es gibt keine Debatten darüber, was ein Mindestmaß an sozialen Kontakten ist, das gewährleistet werden muss
Genau so ein planloses Gefasel. Die Alten leiden hauptsächlich darunter, dass deren Alterskohorte schon größtenteils weggestorben ist und keine Kinder vorhanden, die Kinder weit weg Leben und arbeiten oder diese nur wenig Zeit für ihre Alten aufbringen können oder wollen. Worüber so da gefaselt werden? Soziale Kontakte ranflanschen?
Weniger Umverteilung, dafür mehr Freizeit für deren Kinder?
Hat die Politik bereits angekündigt, ein Konzept für Entschädigungsleistungen bei Betriebsschließungen und für den Fall des Erwerbsausfalls durch fehlende Betreuungsmöglichkeiten für Kinder entwickelt? Nichts gehört.
Ist ja auch völlig bescheuert. Warum sollen Andere für Fantasieumsätze oder das persönliche Lebensmodell zahlen?
Heißt, auch in einer epidemischen Lage mit nationaler Tragweite bleiben der Grundsatz der Gewaltenteilung, das Bundesstaatsprinzip und die Grundrechte verbindlich.
Ja, allerdings ist es auch völlig normal diese Grundrechte an die jeweilige Lage anzupassen. Und wurde ja auch gemacht. Nur Simpel glauben, dass so etwas im luftleeren Raum existiert.
Währenddessen stiegen in der Gruppe der 15-17-Jährigen die emotionalen Störungen um 42 Prozent, der multiple Suchtmittelmissbrauch um 39 Prozent, die depressiven Episoden um 28 Prozent und die Essstörungen um 17 Prozent. (Evalutionsbericht). Bei Grundschulkindern musste ein Anstieg der Störung sozialer Funktionen um 36 Prozent verzeichnet werden.
Bezogen auf welche Gesamtheit?
Rund 1/4 der Grundschulabgänger erfüllt eigentlich nicht die Vorraussetzungen, um in die Sek I zu wecheln. Aber das ist einfach ein langfristiger Trend, der durch die bescheuerte Schulpolitik immer weiter erhöht wird. Dort sucht man schon seit Jahrzehnten die Superlehrer, die wieder alles ganz machen. Unser Lehrer Dr.Dr.....Specht.
Das war schon vor der Pandemie Scheiße und wird immer schlechter.
Dazu gehören Kinder, die schon im Kleinkind-Alter ganztags in die Betreuung abgeschoben werden. Kinder, die keinen Brocken Deutsch verstehen oder sprechen können, wenn sie eingeschult werden. Kinder, die nie gelernt haben, still zu sitzen und sich konzentriert einer Aufgabe zu widmen.
Früher gab es einmal Schulfähigkeitstests. Wer da durchfiel, der machte Vorschule, noch eine Runde Kindergarten oder ging gleich auf die Sonderschule.
Heute bekommt so etwas ggf. einen Schulhelfer zur Seite gestellt und geht in den ganz normalen Unterricht. Als wenn die Hilfskraft mit 3-monatiger Ausbildung diese Probleme beseigen könnte.
Aber in Deutschland tobt der Wahnsinn.
Wenn man ein Fazit aus dem bisherigen Pandemieverlauf ziehen kann, dann dass es eine one-fits-all Strategie nicht gibt. Im Westen und Norden kommen die Leute auch mit großen Freiheiten zurecht, während im Osten und Süden klare Ansagen und eine harte Hand notwendig sind.