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  • Localhorscht

mehr als 1000 Beiträge seit 20.11.2015

Re: Delegation der Verantwortung für den Wurf

Ich bin in den 80s in der DDR zur Schule geangen und kann da vielleicht etwas Licht reinbringen.

Nach vielen Gesprächen mit Leuten in meinem Alter, sowohl West wie Ost, hat sich für mich ein Bild abgezeichnet. In vielerlei Hinsicht hat sich das Bildungssystem nicht viel genommen bezogen auf Naturwissenschaften, Deutsch usw. Die Veränderungen sind dann so Anfang der 90er gekommen und zwar auf beiden Seiten.
Es gibt allerdings einen großen Unterschied. Die Ideologie, die wir im Osten in der Schule hatten war relativ leicht zu durchschauen. Ein Beispiel, ich höre im Staatskundeunterricht das der Sozialismus dem Kapitalismus überlegen ist und letztendlich "gewinnen" wird, da alles allen gehört. Dann geht man Nachmittag in eine Kaufhalle und die Hälfte der Regale ist leer bzw. es gibt Riesenschlangen weil es mal ein paar Bananen gibt... da war einem dann schon klar das man verarscht wird.
Heute ist das viel subtiler und hat eher etwas Sektenhaftiges.
Weiteres Beispiel, der Sohn von einem Freund (11.Klasse) hatte die Aufgabe eine Ausarbeitung über das Thema "Wahlrecht ab 16 Jahren" auszuarbeiten. Ich hab das Ding gelesen und fand es sehr fundiert, schön strukturiert, alle Seiten beleuchtet und am Ende ein Fazit mit ordentlicher Begründung. Nur war da ein großes Problem, der Junge hat sich gegen das Wahlrecht ab 16 ausgesprochen und das auch vernünftig begründet. Dummerweise läuft der Lehrer aber in der Schule mi einem "Feine Sahne Fischfilet" Tshirt rum und ist absolut pro Wahlrecht ab 16 Jahren, der hat alle die dagegen sind schlechter bewertet als die die dafür sind und genau da sind wir beim Problem. Ein Lehrer muß politisch neutral sein und die Arbeiten seiner Schüler objektiv beurteilen.
Leider sind das viele heute nichtmehr und es geht, wie auch sonst in unserer Gesellschaft" nurnoch um die richtige Haltung. Kritisches und kreatives Denken wird systematisch aberzogen, Leistung ist nicht wichtig. Es reicht das Erzählte und nicht mehr das Erreichte.

Das Ergebnis kann man sehr schön in überforderten Azubis und Studenten sehen.

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