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  • Lifter_87

89 Beiträge seit 27.01.2022

Kapitalismus kaputt

Was Streck verschweigt, ist die Tatsache, dass sich die Situation der 70er fundamental von der heutigen unterscheidet:

In den 70ern ging "das fordistische Akkumulationsregime" zu Ende, die letzte Phase, in der der Kapitalismus noch durch die Verwertung von "abstrakter Arbeitskraft" seine Realakkumulation von Profiten durch die Ausbeutung Menschlicher Arbeitskraft via Mehrwertproduktion generieren konnte. Dann hat Sich die 3. industrielle Revolution durchgesetzt und mit ihr massive Rationalisierungseffektebund Produktivitätssteigerungen auf einem globalen Maßstab.

Worauf ich hinaus will:

Damals konnte sich der Kapitalismus retten, in dem Thatcher und Reagon die Finanzmärkte entfesselten. Den Anstieg der Aktienkurse ab Anfang der 80er kann man an diversen Indizes (Dow Jones, MSCI World usw) empirisch nachvollziehen.

Vulgo:

Hatten man davor erst Waren Verkaufen müssen um mit dem gemachten Profit neue Investitionen anzukurbeln, drehte man jetzt den Spieß um:

Nicht mehr tatsächlich erwirtschaftete Profite waren der Antrieb des Wirtschaftens, sondern die AUSSICHT auf zukünftige Gewinne in Form von Krediten, Derivaten, Aktien und Immobilien. Die Trillionen von Geldeinheiten ohne tatsächlichen inneren Wert indizieren in der Realwirtschaft ein künstliches Wachstum, dass aber niemals in der Lage sein wird, die gigantischen Finanzerwartungen auch nur ansatzweise via Warenproduktion zu erwirtschaften.

Nur mal als Beispiel:

Glaubt hier ijemand, dass die USA jemals ihr Haushaltsdefizit von 30Bio Dollar abbezahlen können? Kann Tesla wirklich so viele EAutos verkaufen, als dass der "Wert" der Aktie sich jemals in Realität manifestiert?

Natürlich nicht, alleine schon weil die Ressourcen zur Neige gehen (was im übrigen ein weiterer Grund für die Inflation ist...)

Worauf ich letztendlich hinaus will:

Die Stagflation der 70er konnte durch der Entfesselung der Finanzmärkte, der "Finanzierung des kapitalistischen Weltsystems" also scheinheilig angefangen werden.

Jetzt sind wir in der prekären Situation, dass wir diese Option maximal ausgespielt haben. Wir können keinen neuen Heilsbringer für die Verwertungsmaschinerie installieren und so tuen, als ginge es iwie weiter.

Egal was jetzt passiert, es wird schlimm werden:

Entweder die Inflation grassiert weiter (vrstl auf immer höheren Niveau) und führt zu einer massiven Verarmung inkl wirtschaftlichen Einbruch / Rezession.

Oder die Zinsen werden massiv angehoben, was etliche Unternehmen in Insolvenz treiben wird, weil sie nur dank des billigen Geldes der Zentralbanken überleben konnten (s. Der Verweis auf die Zombiebanken). Am Ende steht auch hier die Rezession.

Die Folge daraus:

Verelendung immer größerer Massen an Menschen, auch in den Industriellen Zentren, Abbau sozialer Standards, Radikalisierung der "Abgehängten" (was man ja auch im Osten der BRD außerordentlich gut beobachten kann, denn schließlich fehlt es auch hier an den berühmten "blühenden Landschaften") und politische Instabilität.

Dann kommen Kriege, Fluchtbewegungen, Genozide usw

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