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  • Emrymer

mehr als 1000 Beiträge seit 28.08.2020

Zukunft und Hoffnung - und kognitive Dissonanz

Im Moment gehen Zukunft und Hoffnung vermutlich nur über drei Wege zusammen:
- komplettes politisches Ignorantentum,
- wohleingeübte kognitive Dissonanz oder
- festes Gottvertrauen.

Wer keine Nachrichten sieht, keine Zeitung eines Blickes würdigt, nicht über den Horizont der direkten Betroffenheit hinausschaut - der kann zur Zeit noch weitermachen wie bisher. Sparen, gesunde Lebensweise, das Verwirklichen von Träumen und Familienplanung sind damit durchaus kombinierbar, ein Eigenheim immerhin nicht außerhalb der Vorstellungswelt, nur gesellschaftliche Mitwirkung ist einfach undenkbar auf so einer Basis.

Wer es geschafft hat, sein Denken ordentlich in verschiedene Bereiche einzuteilen, die nur lose miteinander in Verbindung stehen, so daß Brüche dazwischen nicht allzusehr schmerzen, der wird sich jetzt wohl mehr Sorgen machen, aber zumindest die Hoffnung nicht ganz verlieren. Ich habe letztens von einer Studie gelesen, in der die Rede davon war, dass viele Besserverdienenden zur Zeit noch davon ausgehen, dass sie sich irgendwie "über die Krise hin retten" können, während die meisten Geringverdiener damit schon gar nicht mehr rechnen. Die Möglichkeit zum Sparen und vielleicht gar ein Eigenheim wären damit die Basis, auf der ein - wenn auch skeptischer und sorgenvoller - Blick in die Zukunft mit Familienplanung und dem Verwirklichen von Träumen noch möglich wäre. Gesunde Lebensweise und gesellschaftliche Mitwirkung liegen jeweils im Bereich des Möglichen - soweit es nicht zu teuer kommt.

Und festes Gottvertrauen... tja, damit geht fast alles :-).

Was mein Umfeld angeht, wird derzeit mehr gespart und mögliche Ausgaben sorgfältig geprüft. Eine halbwegs gesunde Lebensweise darf dabei durchaus etwas mehr kosten, "das ist es doch wert". Träume waren auch vor der Corona-Krise schon von den Möglichkeiten limitiert mit einer schleichenden, aber stetigen Verschlechterung, da hat sich nichts geändert. Die Familienplanung ist nur in einem Fall durch die aktuelle Situation verändert - die derzeitige Arbeitslast erlaubt jetzt nichts.
Die gesellschaftliche Mitwirkung ist gewiß ausbaufähig - es wird interessant sein zu sehen, wann in den jeweiligen Fällen ein Wendepunkt kommt, ab dem aus der leisen eine laute Mitwirkung wird.

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