Gewerkschaften funktionieren nach dem Prinzip Solidarität. Seit Jahr und Tag entziehen sich die Lokführer ihrer Verantwortung, indem sie ihre Interessen über ihre Mini-Gewerkschaft rücksichtslos durchsetzen. Einen Lokführer kann man (noch?) nicht so leicht ersetzen, anderes Zugpersonal schon.
Die Vorstellung, die GdL könne als "Vorreiter" auch für andere DB-Mitarbeiter Vorteile erzielen, ist geradezu dämlich. Das, was sich die Lokführer "erkämpfen", werden andere ausbaden, weil die eben nicht am langen Hebel sitzen. Solidarität sieht anders aus. Das wäre: eine Bahngewerkschaft für alle. Fertig.
Am überwiegend positiven Bild der GdL in der Öffentlichkeit kann man ablesen, wie neoliberal die Gesellschaft mittlerweile denkt. Alles ist Markt, alles ist Wettbewerb - selbst die Gewerkschaften, du liebe Zeit! Soll sich die EVG doch mal eine Scheibe abschneiden von den tatkräftigen Lokführern... es ist nicht zu fassen.