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  • franz (12)

mehr als 1000 Beiträge seit 23.08.2020

Mangelnde Geschichtskenntnisse

Es ist eine wichtige aus der Erfahrung gewonnene Einsicht, dass eine sozialistische Gesellschaft nicht von heute auf morgen geschaffen werden kann. Es bedarf einer Übergangsperiode. Und in einer solchen Periode befinden wir uns. Lenin hat das klar erkannt, und hat deshalb die NÖP eingeführt (Neue Ökonomische Politik). Diese wurde von Stalin abgeschafft. Aber die Einführung einer NÖP (das machen nämlich die Chinesen seit Deng Xiao P.) bedeutet nicht, dass das Land plötzlich kapitalistisch wird. So ist es auch mit China. Es gibt keinen Privatbesitz an Grund und Boden (ist in der Verfassung festgeschrieben) und die Schlüsselindustrie befindet sich in der Hand des Staates. Zusätzlich sichert die Richtlinienkompetenz der kommunistischen Partei, dass das chinesische System nicht in den Kapitalismus zurückfällt. Ich denke, dass eigentlich die Würfel schon zugunsten des Sozialismus gefallen sind, denn China wird im 21. Jahrhundert die Weltmacht nr. 1 werden. Man lese: Wolfram Elsner: Das chinesische Jahrhundert.
Anmerkung: Auch in Deutschland gibt es eine Richtlinienkompetenz, die dafür sorgt, dass das Land kapitalistisch bleibt. Das wird aber anders organisiert, im Unterschied zu China. Die Parteien spielen sozusagen mit verteilten Karten, am Ende bleibt es (bisher) immer bei dem Kapitalismus. Die Karten spielenden Parteien täuschen damit die Bürger und die herrschende Demokratie ist sozusagen eine Täuschungsdemokratie. Und diese Täuschungsdemokratie organisiert die permanente Umverteilung des Reichtums von unten nach oben. Wer sich tiefer mit diesen Mechanismsn beschäftigt will (sich Wissen anzueigenen war bisher immer nützlich), der möge dier Werke von Picketty lesen.

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