blu_frisbee schrieb am 26.12.2021 20:34:
SoShy schrieb am 26.12.2021 19:25:
Ich möchte mich nicht heraus reden und behaupten der Kapitalismus würde solche Verhältnisse nicht nutzen. Allerdings entstehen viele Schweinerien bevor der Kapitalismus nutzniessen kann. Da gab es Kolonialismus, es gibt Stamesfürsten und Dikatatoren, es gibt keinen Rechtssataat und jede Menge Korruption, es gibt illegale Einwanderungen und Mafiöse Strukturen.
Der Kapitalist ist da nur einer von vielen Plagen.
Ich empfehle an der Stelle das Kapitel 24 Die sogenannte uspruengliche Akkumulation
http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_741.htmSelbstverständlich gabs auch schon vor dem Industriekapitalismus Ausbeutung,
wenn mans genau nimmt, seit & mit der Erfindung des Geldes.
Der Industriekapitalismus und seine Vorbereitung haben da traurige Rekorde aufgestellt.
Das wollen Sie einer Menschennatur zuschreiben gegen die ma nix machen kann?
https://en.wikipedia.org/wiki/James_C._Scott
https://en.wikipedia.org/wiki/Against_the_Grain:_A_Deep_History_of_the_Earliest_States
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Zum nachfolgenden Post nur: Was man bei Marx lernen kann ist: Der Kapitalismus ist ein inhärent krisenhaftes System das nur dadurch scheinbare Festigkeit gewinnt daß es rasend fortstürzt immer auf der Flucht vor Krisen die löst indem es die Bedingungen für noch größere schafft. Im Fazt: Durch & durch unvernünftig.
https://youtu.be/cI2Oniil5zw?t=313
Dsa habe ich mir auf Ihr Anraten jetzt bereits zweimal komplett angesehen. Das letzte Mal ist allerdings auch wieder mindestens 2 Jahre her. Ich halte es für gut, einige Überlegung kann ich aber nicht mitgehen. Das mag an meinem mangelnden Verständnis für den Marxismus liegen. Vielleicht liegt es allerdings auch an einigen unrealistischen Schlussfolgerungen, wer weiss. (Aus dem Gedächtnis und wenn ich das noch richtig weiss):
- der Run auf die Waren und Dienstleistungen ist für mich keine Fetischismus. Sondern er ist notwendig wenn ich ein Weibchen (aus historischen Gründen so formuliert, wir kommen dazu, okay?) in mein Nest bekommen möchte. Denn die wollen - verständlicherweise - die eigene Brut gut versorgt wissen und das trauen sie nur jemandem zu der sich in der jeweiligen Gesellschaft als erfolgreich zeigen kann.
Die historischen und wenig emanzipierten Formulierungen nutzte ich, weil das seit 100.000 Jahren vor Christus so ist. Und heute muss man eben genug Waren und Dienstleistungen beschaffen können um den Nachweis bringen zu können. Das kann natürlich auch eine ordentliche Bibliothek sein oder 215 vegetarische Zutaten im Vorratsschrank. Das mag der Marxist bemängeln, aber verstehen sollte er es schon können, jedenfalls ohne in seiner Verzweiflung einen Fetischismus ausrufen zu müssen. Wenn ich der Dame nicht nachweisen kann, ihre dringensten Bedürfnisse befriedigen zu können, bin mich raus aus der Wahl. Denn die Dame weiss, sie wird eine zeitlang nicht arbeitsfähig sein und jemand muss sich kümmern können.
Ob der Nachweis durch einen modischen Haarschnitt geführt wird oder durch eine Keule vom frisch gejagten Hirschen, oder 99% auf dem sozialen Scoreboard in China ist dafür völlig egal.
- Der Mehrwert kann da, wo der Marxismus ihn ermittelt, nur als ein theoretischer Wert ermittelt werden. (Oder natürlich in einer Planwirtschaft für die alles andere egal ist). Man könnte sagen, wenn alles so läuft wie immer, beträgt der Mehrwert X. Und der Arbeiter wird um den Anteil (X-Lohnanteil) betrogen. Das würde ich sofort mitgehen. Aber durch die Festlegung, dass das immer so sei und dass da ein Panzer draüber fahren muss, wird für mich die Aussage falsch.
Der Arbeitgeber hat ebenfalls ein Risiko und er hat zum Zeitpunkt der Mehrwertermittlung vielleicht noch keine Ahnung was die Ware einmal wirklich wert sein wird. Er kann ebenfalls nicht davon ausgehen, dass der vereinbarte Preis auch bezahlt werden wird. Vielleicht liefert er die Ware bekommt dafür nichts zurück. Das ist nicht die Regel aber es passiert (ist auch mir schon passiert) und was bedeutet das denn dann für den Mehrwert? Und den entgangenen Mehrwert?
- ich denke auch nicht, dass die immer geringer werdende Marge den Kapitalismus killen wird. Jedenfalls hat er sich diesbezüglich als äusserst widerstandsfähig und trickreich gezeigt. Mit Hilfe des Staates. Mit Hilfe technologischer Verbesserungen. Mit Hilfe der ständigen Inflationierung, durch das Entstehen von Monopolen. Und aktuell durch die Reduktion des Wohlstands der einfachen Bürger. Trotzdem wird es irgendwann eine Entschuldung geben müssen, aber ab da, ist der Kapitalismus wieder nigelnagelneu. Niemand hat mehr viel und alle brauchen wieder etwas. Auf die Plätze, fertig, ...
Das wollen Sie ums verrecken nicht einsehen. Das nenn ich Glaube, parareligiösen.
Schon sonderbar: Ganze Literaturzweige (SchFi, Fantasy) sind voller alternativer Physik obwohl wir genau wissen daß es keine gibt aber eine andere Wirtschaftsweise als die selbstzweckhafte Geldvermehrung erscheint unmöglich, obwohl wirtschaften von Menschen gemacht wird.Auch China wird dem mE¹ nicht entkommen obwohl dort der Kapitalismus staatlich betreut wird auf eine Art die mittlerweile den bewundernden Neid sogar in Amerika weckt.
https://www.woz.ch/2150/chinas-weg-zur-wirtschaftsmacht/evergrande-ist-nicht-chinas-lehman-moment¹ bin da unsicher. China hat 3000 Jahre Geschichte mit staatlicher Wirtschaftspolitik,
Preiskontrollen etc inkl.