Ansicht umschalten
Avatar von juliuscäsar
  • juliuscäsar

326 Beiträge seit 19.06.2021

Re: Das ist immer so bei allem was man zusammen mit anderen tut...

Genossenschaften, Regulierter Besitz und öffentliches EIgentum nur schon von Boden würde viel spekulativen Wind aus den Segeln nehmen und die Einnahmen aus der Pacht gehen an den Staat anstatt als Profite in private Klauen.

Das ist exakt das Konzept der "Kollektivierung der Landwirtschaft", das schon in der Sowjetunion und in der DDR nicht funktioniert hat (und auch sonst in keinem der "sozialistischen" Länder).
Man hat von Beginn der 50er Jahre bis zu Beginn der 60er Jahre die Bauern in der DDR in die sogenannten "LPG" (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) gezwungen. Mit sehr rüden Methoden.
Man hat ihnen das Land WEGGENOMMEN, dass ihnen ja erst wenige Jahre vorher im Zuge der "Bodenreform" in der sowjetischen Besatzungszone zugeteilt und übereignet (!) worden war. Die Bodenreform wurde 1946 (!) als Sieg des Sozialismus über die "Herrschaft der Junker und Großgrundbesitzer" gefeiert. JEDER, der mehr als 100 Hektar Boden besaß, wurde 1946 entschädigungslos enteignet. JEDER, der als Besitzer kleinerer Flächen als "Mitläufer der Nationalsozialisten" oder als Parteigenosse der NSDAP denunziert wurde (ob er es nun gewesen war oder nicht) wurde ebenfalls entschädigungslos enteignet. Wie gesagt, das war 1946.
Schon sechs Jahre später, ab 1952, begann die (Zwangs)Kollektivierung der Landwirtschaft. Es mag sein, dass die Idee dahinter, nämlich Genossenschaften zu gründen und dadurch effektiver zu wirtschaften, auf dem Papier gut klingt. Da man aber von Anfang an weniger auf Freiwilligkeit und stattdessen auf Holzhammer-Propaganda und Zwang setzte, erreichte man zwar bis 1964 eine komplette Kollektivierung. Jedoch wurden NUR staatliche Genossenschaften zugelassen, Privatinitiativen zur Gründung von Genossenschaften waren verboten.
Die Folgen sind bekannt - die DDR war niemals in der Lage, ihre Versorgung auch nur mit Grundnahrungsmitteln zu sichern. Die DDR war zeit ihrer Existenz auf Importe von Nahrungsmitteln angewiesen, auch wenn die "führenden Genossen" das in der Öffentlichkeit lieber nicht erwähnt haben wollten.
Wenn man (wie in der DDR) Bauern zwingt, ihr Land entschädigungslos abzugeben und es in eine "Genossenschaft" einzubringen, die niemandem gehört ("Volkseigentum") und in der die erwirtschafteten Erträge nicht den Genossenschaftsmitgliedern zugute kommen, sondern zu lange vorher festgelegten Preisen NUR an den Staat verkauft werden dürfen, erstickt man jede Initiative. Die nunmehr angestellten Bauern sehen keinen Grund, mehr zu tun als nötig - sie haben ja nichts davon. Ob sie nun pro Hektar 100 Tonnen Getreide mehr produzieren oder 100 Tonnen weniger - sie erhalten den gleichen Lohn. Einen freien Markt, auf dem sie ihr Getreide hätten verkaufen können, gab es in der DDR auch nicht ...
DAS ist es, was am Ende deiner Phantasien von "Enteignung" und "Kollektivierung" und "Gemeinwohl" herauskommt.
Noch etwas: WOHNUNGEN waren in der DDR bekanntlich Mangelware. Wie kann das sein, wenn doch der Boden zu 100% dem Staat gehörte und auch die Wohnungsbaufirmen allesamt in staatlichem Besitz waren? Mal darüber nachgedacht?

Die Rezepte von Anno Stalin und Anno Ulbricht sollten dort bleiben, wo sie hingehören: in der Mottenkiste der an der Realität gescheiterten Illusionen und Utopien.

Bewerten
- +
Ansicht umschalten