Den Präzedenzfall der "völkerrechtswidrigen Abtrennung von Staatsgebiet" hat ausgerechnet das Verteidigungsbündnis mit dem Kosovo vorgemacht. Wenn für das Kosovo das Selbstbestimmungsrecht der Völker gilt, dann auch für den Donbass, Abchasien, etc. Die Serben sehen das Kosovo übrigens immer noch als ihr Staatsgebiet. Die Begründung war übrigens sehr ähnlich wie bei beim Eingreifen Russlands in den Donbass-Konflikt, nämlich um einen Genozid zu verhindern. Die Krim hat sogar ein Referendum abgehalten (das zweite nach 1991, sie wollten nie in der Ukraine sein). Die Russen konnten das gefahrlos abhalten, da sie genau wussten, wie es ausgehen würde.
Russland hat Georgien provoziert, weswegen der Angriff Georgiens gerechtfertigt war? Dann war der Angriff Russlands auf die Ukraine auch gerechtfertigt, weil die Ukraine den (russischsprechenden) Donbass angegriffen hat (und zwar bereits 2014)? Die Ukraine hat die Rückeroberung des Donbass und der Krim übrigens auch in die Staatsdoktrin aufgenommen, im März 2021 - entgegengesetzt zu den Vereinbarungen von Minsk II. Die Russen haben bei ihrer Offensive auch Einsatzpläne gefunden, Kampfbereitschaft bis Anfang März herzustellen.
2015 wurden 56 russische Soldaten auf Seiten des Donbass gezählt, das war in der Größenordnung schweizerischer Söldner auf ukrainischer Seite.
https://krass-und-konkret.de/politik-wirtschaft/die-militaerische-lage-in-der-ukraine/
Wenn du schon die Wirtschaftsleistung in die Waagschale wirfst, um zu rechtfertigen, warum wir auf der richtigen Seite stehen - warum dann nicht gleich die Militärausgaben? Da wird es dann noch eindeutiger: niemand auf der ganzen Welt gibt mehr für friedenssichernde Maßnahmen aus, als die NATO.