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  • FIAE-Flix

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Re: So funktioniert nun mal Abschreckung

alt_und_naiv schrieb am 27.07.2022 09:10:

Tja, der russische Botschafter wird wohl einbestellt werden. Aber über 100 Mio Tote riskieren wegen einer lächerlichen Opferzahl in Rammstein, das halte ich für unwahrscheinlich.

Warum sollte Russland dann dieses Risiko eingehen? Denn genau das täte man mit so einem Angriff. WENN Russland es aber eingeht, warum sollten die Amerikaner nicht symmetrisch antworten, weil Russland ebenso schon nicht wegen Stützpunkt XY 100 Mio Tote riskiert?

Die Situation ist nicht symmetrisch,

Stimmt. Ein Angriff auf einen direkt verbündeten Staat bzw. amerikanische Truppen in einem direkt verbündeten Staat ist noch was anderes, ls ein Angriff auf sagen wir US Truppen in Syrien - oder eben russische Truppen in der Ukraine.

Also gehst Du davon aus, dass die glaubhafte Abschreckung es wert ist, dass fast alle Menschen draufgehen?

Zu einem gewissen Grad ist sie das, sonst wären Staaten doch gar nicht erst nuklear bewaffnet. Diese Bewaffnung nutzt halt genau nix, wenn Gegner davon ausgehen, dass man sie im Zweifel eh nicht einsetzt.

Angesichts der Laienspielgruppen in der Regierung halte ich diesen Gedanken für schlecht. Ich möchte auch nicht feministisch und wertebasiert in einen Atomkrieg geführt werden.

In jedem Fall ist das die logische Konsequenz, wenn man sich auf den nuklearen Schirm der Amerikaner nicht verlassen kann, gleichzeitig aber nicht etwa vor Russland oder China im Staub kriechen will. Denn die können ohne so eine Abschreckung ja einfach alles mit der Atomdrohung diktieren, wenn man einmal merkt man kommt damit durch. Keine gute Idee.

Und ich glaube, man würde den Marsch auf Moskau eher im Vorfeld verhindern, z.B. durch Ausschaltung von Waffenlieferanten für die Ukraine.

Nun nach gleicher Logik wäre es dann nur billig, wenn man russische Grossaufmärschen nahe der Nato Grenzen zukünftig mit Präventivschlagsdrohungen begegnet. Wobei die Ukraine ja nun wahrlich nicht mit einem Marsch auf Moskau gedroht hat oder droht. Mit anderen Worten: Die Planung den Gegner auf eigenem Gebiet mit Atomwaffen zu stoppen ist vergleichsweise höchst unaggressiv.

Die Atombomben für die Aufrüstung seiner Nachbarstaaten würde Russland selbst liefern, allerdings kämen sie erst nach Zündung an. Man denke einfach an die Kubakrise.

Nun wenn Russland jeden Staat (auch neutrale) als so eine Bedrohung betrachtet, weil man sie im Falle einer nuklearen Bewaffnung nicht einfach rumkommandieren kann, dann ist wenig verwunderlich, wenn solche Staaten Schutz z.b. bei der Nato suchen. Mearsheimer hatte wohl recht und die Ukraine hätte damals nicht auf Atomwaffen verzichten sollen. Dann wäre sie vielleicht auch wirklich neutral geblieben, weil sie dann sicher gewesen wäre. Wenn man nun unbedingt die Ukraine als neutralen Pufferstaat einfordert, wäre es im übrigen nur Konsequent, das gleiche für Weissrussland zu fordern. Aber DAS ist sicher was ganz anderes, weil die (noch) auf der "richtigen Seite stehen".

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (27.07.2022 11:26).

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