Ansicht umschalten
Avatar von Haschpappi
  • Haschpappi

mehr als 1000 Beiträge seit 10.07.2017

Erinnert stark an die "Minirock-Schuldzuweisung"

Nun gibt es in "sozialen Netzwerken" und Foren reihenweise Kommentare von Fans und Laienverteidigern Lindemanns, die eigentlich gern "Alles Lüge" geschrien hätten. Da dies die Band selbst nicht tut, betonen sie, dass deren "Groupies" schließlich genau wüssten, was sie im Backstage-Bereich erwarte – und schließlich auch genau das wollten.

Abgesehen davon, dass schon die Bezeichnung "Groupies" fragwürdig ist, weil sich die jungen Frauen gemäß ihrer Schilderung gar nicht aktiv darum bemüht haben, in engeren Kontakt mit Lindemann oder seinen Bandkollegen zu kommen, hätten auch Frauen, die das getan und dabei Sex in Betracht gezogen haben, noch ein Recht auf einen Rückzieher, wenn die Chemie aus der Nähe dann doch nicht stimmt.

Dieses Recht haben schließlich auch Menschen, die sich auf ein Tinder-Date unter Normalsterblichen einlassen, obwohl die Motivation dafür in der Regel kurz- oder langfristige Partnersuche ist. In sexuell motivierten Kontaktanzeigen heißt es oft "Alles kann, nichts muss." Warum sollte das bei Treffen mit Promis nicht gelten? Etwas anderes als selbstverständlich vorauszusetzen, wäre tatsächlich Machtmissbrauch.

Noch immer in Teilen der Männerwelt verbreitete Meinung: Wenn eine Frau einen Minirock trägt, dann darf sie sich auch nicht wundern wenn sie Opfer von Catcalling oder sogar einer Vergewaltigung wird, nach dem Motto: Sie provozieren doch mit ihrer Freizügigkeit. Sehr perfide diese Schuldzuweisung gegenüber Frauen.

Bewerten
- +
Ansicht umschalten