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  • Joringer

mehr als 1000 Beiträge seit 02.10.2017

Es gibt nach fast 75 Jahren inzwischen die ersten Generationen ...

... ohne "Feindberührung" - will heißen es gibt viele Menschen die mit dem Wort Krieg nur Blockbuster und Breaking News assoziieren. Tatsache ist aber daß es noch viele Menschen gibt die Angehörige, Freunde und Nachbarn verloren haben. Es gibt immer noch Leute die aus erster Hand von den Schrecken des Krieges erfahren haben.

Und unter den "gerechten Bomben" von Harris und Co. sind alle gestorben - unabhängig von Schuld und moralischer Gesinnung. In Wilhelmsburg haben die Alliierten ganz gezielt die Wohnviertel der Arbeiter bombardiert. Das waren keine Kollateralschäden. Und auch Dresden war ohne wenn und aber ein Kriegsverbrechen.

So sehr das Thema von rechten Gesinnungsgenossen ausgeschlachtet wird, Dreck haben alle am Stecken und man kann es nicht gegeneinander aufwiegen. Meine Mutter hat ihre Nachbarn bei einem Bombenangriff verloren, sie saßen genau einen Raum weiter der direkt getroffen wurde. Wenn ich das als Verbrechen verurteile bin ich noch lange kein Nazi. Aber Nazis schlachten das Thema halt immer gern wieder aus - es ist ein populistisches Thema, geeignet Leute einzufangen.

Und es ist ja auch nicht so daß wir uns moralisch über die Bevölkerung von 33-45 erhaben fühlen dürfen. Wir mögen nicht bomben - dennoch sind die Konsequenzen unserer Politik, unserer Wahlentscheidungen und unseres Lebensstieles in ihren Auswirkungen auf andere nicht weniger verheerend. Wir bomben, sanktionieren und beuten aus - wo ist da ein moralischer Unterschied zur deutschen Bevölkerung von damals. Wer damals aufmuckte riskierte sein Leben. Wer heute aufmuckt muß solche harten Folgen nicht fürchten. Früher heilt man die Klappe um zu überleben - heute schweigen wir zu unmoralischem Verhalten um einfacher/mehr konsumieren zu können.

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