[Ach ich sehe jetzt leider zu spät, die anderen Antworten gehen ja schon in die gleiche Richtung.]
Also meiner Meinung lässt sich das schnell abhandeln:
Kurz gesagt, Männer sind keine sonderlich geschützte Gruppe, Frauen sind eine geschützte Gruppe. Dadurch entsteht eine Unsymmetrie. Wenn eine Frau ins Lager der Männer und damit von geschützt nach ungeschützt wechselt, ist das unproblematisch. Der Wechsel von ungeschützt nach geschützt ist der Fall, der problematisch ist und deshalb immer thematisiert wird. Frage beantwortet.
Und etwas länger gesagt: Ich meine das nicht aus einer Opferposition heraus, wie ungerecht das doch für die Männer wäre, sondern weil ich dem zumindest zum Teil zustimme. Frauen sind zweifellos häufiger (wahrscheinlich sehr viel häufiger) sexuellen Angriffen oder Belästigungen von Männern ausgeliefert. Meine paar erlebten sexuellen Belästigungen kamen auch alle von Männern. Demnach habe ich grosses Verständnis dafür, wenn sich Frauen in besonders sensiblen Bereichen gegenüber Männern abschotten möchten, wenn sie besonders verletzlich sind, z.B. wenn sie sich entblössen müssen.
Umgekehrt sehe ich den Bedarf kaum. Ich vermute, es wäre den Männern ziemlich egal, wenn im Schwimmbad die Frauen die Männerduschen mitbenutzen würden. Man stelle sich mal den umgekehrten Fall vor... Die Benutzung von männlichen Toiletten durch Frauen ist ja teilweise bereits üblich, insbesondere bei langen Schlangen vor den Frauentoiletten. Das ist den Männern aber völlig schnuppe. Man sieht, hier gibt es offensichtlich eine Unsymmetrie.
Und auch gesellschaftlich, oder eher regierungsseitig, wird den Frauen eine besondere, schützenswerte Rolle zugewiesen. Siehe Ministerium für alle ausser Männer, oder Frauenquoten (auch wenn sie als geschlechtsneutral verheimlicht wird (ausser bei den Grünen, die machen ihre sexistische Demokratiefeindlichkeit ganz offen)), und vielleicht gibt es ja noch andere Sonderregelungen, die mir gerade nicht einfallen. Na Wehrpflicht natürlich. Also auch da finden wir die Asymmetrie.
Dementsprechend, wer freiwillig den geschützten Bereich verlässt und in den ungeschützten wechselt, da gibt es dann eben auch keine Diskussionen darüber.
Man kann die Unterteilung geschützt/ungeschützt auch verstehen als besonders geschützt vs. Normalgruppe. So wie im Sport der Männersport ja im Grunde genommen der "Sport für alle" ist, wo sicherlich niemand etwas sagen würde, wenn da Frauen mitmachen. Im Gegensatz dazu der Frauensport aber wirklich exklusiv für Frauen reserviert ist.
So, das sollte nun auch genug Begründung für Beantwortung der Frage gewesen sein.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (25.08.2023 15:21).