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  • knarr

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Re: Anpassungsgefüge

knarr schrieb am 17.09.2022 15:47:

Für den Begriff Anpassungsgefüge empfahl mir die Suchmaschine meiner Wahl einen fünf Jahre alten Text von demselben Autor unter dem schönen Titel »Deutschland als Prothese«:

„Zeiten der Krise lassen den privaten Wahn und die Idiosynkrasien üppig ins Kraut schießen. Der forcierte gesellschaftliche Wandel lockert traditionelle Anpassungsgefüge und lässt lebensgeschichtlich erworbene Orientierungsmuster und Modi der Selbstwertregulation hinfällig werden.“
> https://www.magazin-auswege.de/data/2017/07/Eisenberg_Deutschland-als-Prothese.pdf

Eben begonnen mir den Text zu Gemüte zu führen, auf der ersten von neun Seiten über „Deutschland als Prothese“ vor fünf Jahren (der Blütezeit des nun imho herrschenden Neuen Nationalismus) ein hervor gehobenes Zitat von Götz Eisenberg:
»Die Wirbelstürme der
kapitalistischen Modernisierung
erzeugen zunehmend
Schwindelgefühle und innere
Gleichgewichtsstörungen«

»Doktor Doktor, was kann ich tun, nach lauter Kulturschocks
geriet mein Anpassungsgefüge nachhaltig ins Wanken.«
Es gibt ja wohl neurologische "Verfahren zur Untersuchung von Störungen des Gleichgewichtssinnes auf zerebellärer, spinaler oder vestibulärer Ebene",...

Die von Eisenberg nur knapp benannten oben zitierten Stichworte, "(w)orin denn die Krise der Gegenwart (besteht), vor allem: Was sind ihre die Innerlichkeit der Menschen betreffenden Aspekte?" (Diagnose: Schwindelgefühle und innere Gleichgewichtsstörungen, erzeugt durch Wirbelstürme der kapitalistischen Modernisierung) werde ich mir nun weiter zu Gemüte führen.

Eine augenscheinlich geschichtlich tiefere Durchhalteprosa fand ich heuer, von Johann Gottfried Herder, eine irgendwie erhebende Geschichte, erschienen 1785:
»Der Sphinx. Eine Erd- und Menschengeschichte«
> https://de.wikisource.org/wiki/Der_Sphinx._Eine_Erd-_und_Menschengeschichte

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