J.Creutzfeld schrieb am 18.09.2022 12:33:
Warum nicht Betrug? Es gibt genug alte Leute, die als Opfer z.B. Enkeltrick traumatisiert sind. Schon Mal mit Einbruchsopfern gesprochen? Diese Angst, ob die Täter wiederkommen, wenn man Zuhause ist, diese Unsicherheit, haben sie etwas Privates geklaut oder kopiert?
Noch einmal: Es sollte eben NICHT um Vergeltung/Sühne gehen, sondern um Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Verbrechen unter Wahrung der Grundrechte. Daher geht es auch nicht primär um die Folgen beim Opfer - denen nützt Rache nichts, sondern ist nur eine hochgradig süchtig machende Scheinbefriedigung. Sondern Haft sollte es nur geben, wenn sie gegenwärtig(!) erforderlich, geeignet und das mildeste und nicht übermäßig harte Mittel ist.
Man sollte auch immer bedenken, dass sich Strafe niemals auf das Individuum beschränkt, sondern immer einen Rattenschwanz von Kollateralschäden mit sich zieht, indem z.B. Familien finanziell ruiniert, traumatisiert oder gar zerstört werden usw. Daher sollte sie nur verhängt werden, wenn es überhaupt nicht anders geht, aber nicht, weil dass Dummvolk nach Vergeltung schreit.
Abgesehen davon ist die natürliche Reaktion auf eine erlittene Haftstrafe nur noch mehr Hass auf Gesellschaft und Staat. Reue kann man nicht mit dem Holzhammer erzwingen, auch wenn es noch so verlockend ist.