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  • Karl Sten

mehr als 1000 Beiträge seit 14.08.2015

Amerikanische Botschaften von der DDR unterwandert?

So sollen laut den Akten "47 Prozent der Politoffiziere, die in US-Botschaften tätig waren" im Jahr 1961 angehörige der Geheimdienste gewesen sein.

In der deutschen Sprache ist der Begriff "Politoffizier" einzig negativ mit den politischen Aufpassern kommunistischer Systeme verbunden. Daher bin ich mir zu fast 100 % sicher, dass es in den Botschaften der USA in den 60er Jahren keine Politoffiziere gab.

https://de.wikipedia.org/wiki/Politoffizier

Also einen "political officer" im Deutschen mit Politoffizier zu übersetzen ist schon arg böswillig und wertend. Vor allem, weil die Politoffiziere vor allem die eigenen Leute bespitzeln.

Aber das Framing geht weiter. Für den unaufmerksamen Leser liest sich das, als ob 47 % der Botschaftsangehörigen Teil der Geheimdienste waren. Da wurde aber die Information weggelassen, wie viele der Botschaftsangehörigen überhaupt zu den "Politoffizieren" zählen. 1 %, 10 % oder 100 %. Die daraus folgende Beurteilung wird dann sehr unterschiedlich sein - von uninteressant bis "Oh my god"

Weggelassen wurde auch die Informationen, welches Geheimdienstes, denn z.B. auch das FBI, die NSA oder die DIA haben ggf. Kontaktbeamte zu den Gastnationen. Die DEA kam erst später dazu.

Und es gibt tatsächlich Schätzungen dazu, wie viele Leute an Botschaften Angehörige der Dienste sind.

Meist sollen es so um die 10-20 % des Personals sein - in wichtigen Gegenden bis zu 30 %.

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