Die "liberalen" US-Medien haben bestimmt einen hübschen Umsatz erzielt mit ihrer Dämonisierung Trumps die sprichwörtlich 24/7 vonstatten ging. Ohne diese exorzismushafte Obsession und kaufmännerisch berechnende PR statt echter Berichterstattung hätte es Trump nie zu solcher Prominenz gebracht.
Auch "Democracy Now!" zu meinem Beschämen hatte tägliche Berichte zu Trump. Selbst der deutsche PERLENTAUCHER hatte eine tägliche Kolumne in etwa "der tägliche Trump".
Dass Heuvel auch noch mit der peinlichen Geschichte ihrer Tochter beginnt - ("Sie brach in Tränen aus", echt jetzt?!) - ist komplett unverständlich. Aber so in etwa verhält es sich mit dem intellektuellen Niveau der Herren der Welt und Gottes größer Nation auf Erden. Prost Mahlzeit auch.
Was es noch schlimmer macht: Heuvel ist die Witwe des großartigen Russlandhistorikers Stephen Cohen, der 2020 verstorben ist, und mit dem sie ein paar gute Sachen auf die Beine gestellt hat.
Statt dessen hier Chris Hedges (der ist nicht nur Ex-NYT sondern auch ein Ex-Priester-Seminarist aber zumindest ehrlich):
"(...)
Meine Gedanken zum versuchten Attentat auf Trump
Die Ermordung Trumps würde die Sehnsucht von zig Millionen Menschen, von denen viele von der christlichen Rechten geprägt wurden, nach einem Sektenführer nicht beseitigen. Die meisten Führer der christlichen Rechten haben ihre eigenen Sektenanhänger aufgebaut. Diese christlichen Faschisten haben sich dem magischen Denken verschrieben, ihre Feinde als Agenten Satans angegriffen und die auf der Realität basierende Wissenschaft und den Journalismus lange vor Trump angeprangert. Sekten sind ein Produkt des sozialen Verfalls und der Verzweiflung, und unser Verfall und unsere Verzweiflung weiten sich aus und werden bald in einer weiteren Finanzkrise explodieren.
Die Bemühungen der Demokratischen Partei und eines Großteils der Presse, darunter CNN und die New York Times, Trump zu diskreditieren, als ob unsere Probleme in ihm verkörpert wären, sind vergeblich. Die selbstgefällige Selbstgerechtigkeit dieses Kreuzzugs gegen Trump trägt nur zu der nationalen Reality-TV-Show bei, die Journalismus und Politik ersetzt hat. Dieser Kreuzzug versucht, eine soziale, wirtschaftliche und politische Krise auf die Persönlichkeit Trumps zu reduzieren. Er geht mit der Weigerung einher, die Unternehmenskräfte, die für unsere gescheiterte Demokratie verantwortlich sind, zu konfrontieren und beim Namen zu nennen. Diese Zusammenarbeit mit den Mächten der Konzernunterdrückung, die die Arbeiterklasse verarmt, endlose Kriege gefördert, unsere Polizei militarisiert, das größte Gefängnissystem der Welt geschaffen, Unternehmen die Lizenz erteilt haben, die Schwächsten auszubeuten und Reichtum nach oben in die Hände einer Milliardärsklasse transferiert haben, entmachtet die Presse, Trumps Kritiker und die Demokratische Partei.
Unsere einzige Hoffnung ist es, den Sturz des Konzernstaats zu organisieren, der Trump hervorgebracht hat. Unsere demokratischen Institutionen, einschließlich der gesetzgebenden Körperschaften, der Gerichte und der Medien, sind Geiseln der Konzernmacht. Sie sind nicht länger demokratisch. Wir müssen, wie die Widerstandsbewegungen der Vergangenheit, Akte anhaltenden zivilen Ungehorsams, insbesondere Streiks, und mangelnder Kooperation durchführen. Indem wir unseren Zorn auf den Konzernstaat und nicht auf Trump richten, benennen wir die wahren Quellen der Macht und des Missbrauchs. Wir entlarven die Absurdität, die Schuld für unseren Untergang dämonisierten Gruppen wie Arbeitern ohne Papiere, Muslimen, Afroamerikanern, Latinos, Liberalen, Feministinnen, Homosexuellen und anderen zuzuschieben. Wir bieten den Menschen eine Alternative zu einer bankrotten Demokratischen Partei – deren Präsidentschaftskandidat sich eindeutig in kognitivem Verfall befindet –, die ein vollwertiger Partner der Konzernunterdrückung ist und nicht rehabilitiert werden kann. Wir ermöglichen die Wiederherstellung einer offenen Gesellschaft. Wenn es uns nicht gelingt, diese Militanz zu unterstützen, die allein die Fähigkeit besitzt, Sektenführer zu zerstören, werden wir den Marsch in Richtung Tyrannei fortsetzen.
(...)"