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  • Ignoramus-et-Ignorabimus

mehr als 1000 Beiträge seit 07.11.2017

Möglich ....

... oder auch nicht. Ich denke, im Moment ist es schwierig aus der Situation im Schwarzen Meer allgemeingültige Konsequenzen für die Zukunft des Seekriegs zu ziehen. Was richtig ist, die Ukraine hat es unter den Bedinungen, die im Schwarzen Meer herrschen, geschafft, die russische Marine für den Moment zu neutralisieren, ohne eigene Grosschiffe zu besitzen.

Die Situation im Schwarzen Meer ist aber relativ spezifisch, insofern, dass die Basen der russischen Flotte auf der Krim in relativ kurzer Entfernung von ukrainischem Gebiet sind. Unter ähnlichen Bedingungen konnte die italienische Marine mit dem Ansatz der jeune ecole und dem Einsatz von Torpedobooten im I. WK in der Adria auch Erfolge gegen die Marine Österreich-Ungarns verbuchen.

Ein zweites Spezifikum ist der russische Mangel an seegestützter Luftverteidigung bei der Schwarzmeerflotte. Anders als die US, die mit AEGIS ein integriertes schiffsgestütztes System betreiben, war für die grossräumige Absicherung der Schwarzmeerflotte gegen luftgestützte Angriffe in erster Linie die Moskwa mit ihrem schiffsgestützen S300 zuständig. Duch den Verlust der Moskwa ist dadurch bei der Schwarzmeerflotte eine Fähigkeitslücke entstanden, die offensichtlich nicht durch landgestützte Abwehrsysteme aufgefangen werden kann.

Es mag schon sein, dass die Entwicklung von weiterreichenden und zielgenaueren Raketen in Zukunft ein Umdenken in der Seekriegführung erforderlich machen wird, die Sitaution im Schwarzen Meer ist aber in vielerlei Hinsicht zu spezifisch, als das man daraus nun allgemeingültige Schlüsse ziehen könnte. Die Konsequenz aus dem Seekrieg im I. WK war ja dann auch nicht, massenhaft Torpedoboote zu bauen, sondern die Entwicklung des Flugzeugträgers ;)

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