Nicht die Mudschaheddin-Rebellen eroberten Kabul sondern Abdul Raschid Dostum, der bis dahin ein Regierungstreuer war, 1992 die Seite wechselte und Kabul praktisch kampflos eroberte. 1997 floh er vor den Taliban in die Türkei.
Es ist also (wieder mal) eine Verkürzung, wenn nur die Rolle der Sowjets geschildert wird.
Korrekt müsste es heißen, dass maßgebliche korrupte afghanisch Kräfte die Seite wechselten, als die Sowjets ihre Zahlungen einstellten, die anderen ausländischen Einflussnehmer aber weiter bezahlten.
Wikipedia zu Dostum's Rolle im Bürgerkrieg:
Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen 1989 spielten Dostums gut ausgerüstete Milizen eine entscheidende Rolle für den Machterhalt der prosowjetischen Regierung unter Nadschibullāh. Sie wurden als Feuerwehrmilizen auch in anderen Teilen des Landes eingesetzt: Einige Einheiten wurden 1989 nach Kandahar verlegt, um dort die abziehenden sowjetischen Truppen bei der Bekämpfung der Mudschahedin zu ersetzen. Außerdem spielten die Dschuzdschanis eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung der Regierungsstellungen in Dschalalabad von März bis Juni 1990. Die Stärke von Dostums 53. Division stieg bis 1991 auf 40.000 bis 45.000 Mann. Im März 1990 wurde Dostum in das Zentralkomitee der Hizb-i Watan, der Nachfolgeorganisation der Demokratischen Volkspartei, aufgenommen.
Im Jahre 1992 führte Dostum eine Rebellion der Garnison in Masar-e Scharif gegen die Regierung an, der sich andere Teile der Armee in der Umgebung anschlossen. Er übernahm mit seiner Miliz kampflos die Kontrolle über die Stadt und erklärte sich zum
Dieses ewige einseitige Gezicke gegen die Sowjets und aussparen der USA hat bei nicht wenigen Journalisten was, was wie Obsession aussieht. Vermutlich hat auch Herr Feroz schon gemerkt, dass es schwierig wird, bei ZEIT, SZ u.a. noch Artikel zu verkaufen, wenn man sich diesem Mut zur Lücke nicht unterwirft.