Ansicht umschalten
Avatar von Axel Farr
  • Axel Farr

mehr als 1000 Beiträge seit 06.05.2002

Re: Umgehung Großstädte

Ackerwertzahl 100 schrieb am 03.10.2024 23:43:

Stalingrad war ein Prestigeobjekt. Den Nachschub hätte man, wie ich schon schrieb, auch an anderer Stelle an der Wolga abschneiden können. Die Aussage, dass keine Großstädte mehr erobert werden sollten sondern umgangen werden sollten, und um die geht es, ist somit nicht richtig. Dass man Moskau nicht erobern wollte, wäre mir neu. Aber ich lerne gerne dazu. Wo steht denn da was drüber?

Ja, Stalingrad war ein Prestigeobjekt. Gleichzeitig wollte Hitler aber über die Eisenbahn- und Flußverbindungen Stalingrads verfügen können, um sich vor allem die Erdölvorkommen des Kaukasus und des kaspischen Meeres zu Nutze machen zu können. Die Sowjetunion hatte Stalingrad zu einer Drehscheibe des Öltransports ausgebaut.

Stalingrad ist außerdem im Unterlauf der Wolga deren westlichster Punkt, der Fluß kommt von Nord-Nordost und schwenkt dann knapp südlich der Stadt um fast 90° Richtung Osten zum Kaspischen Meer.

Die Umgehung Moskaus war ein Resultat der Taktik, Kesselschlachten zu forcieren. In der Endphase des deutschen Vormarschs Ende November / Anfang Dezember 1941 lag Moskau zusammen mit Tula in einem nach Süden geformtem Frontvorsprung der sowjetischen Armee, der sich bis ca. 180 km südlich erstreckte, während die Deutschen im Norden und Westen schon bis fast an die Stadt herangekommen waren. Die Hauptstoßrichtung der Wehrmacht hatte sich da aber schon nach Norden verlagert, so als ob man nicht frontal auf die Verteidigung der Stadt zulaufen wollte.

Tula war im Süden bereits umgangen worden und die Wehrmacht hatte sich nach Nordosten gewandt.

Dann wendete sich aber das Blatt, und - naja, das Ergebnis war dann dass 1945 die Rote Armee in Berlin einmarschierte.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (04.10.2024 22:02).

Bewerten
- +
Ansicht umschalten