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  • Frieder

mehr als 1000 Beiträge seit 24.07.2000

Re: Diffuse Wunschvorstellungen und Umweltschutzaktivisten

Chad C. Mulligan schrieb am 11.07.2023 11:56:

Es ist immer wieder amüsant zu lesen, wie man Menschen Fakten aussetzt, sie diese dann stante pede ignorieren, um sich in ihren Wunschvorstellungen zu ergießen.

Traurig, wenn Menschen immer noch meinen, ihre Ansicht wäre die einzig wahre, ohne zu sehen, daß für die meisten Dinge ein "Sowohl als auch gilt".

Offenbar wurde immer noch nicht verstanden (und ignoriert), dass Pumpspeicherkraftwerke nicht zum Speichern von Strom gebaut wurden (¿"zeitliche Differenz zwischen Angebot und Nachfrage"?). Auch wenn darin das Wort "Speicher" vor kommt. Aber ein Zitronenfalter faltet ja schließlich auch keine Zitronen.

Viele heute bestehende Pumpspeicherkraftwerke wurden gebaut, um bei kaum oder nicht regelbaren Grundlastkraftwerken (AKW) den Nachts produzierten Strom teuer in den Spitzenstunden verkauft zu werden.

Wikipedia:
Ursprünglich dienten Pumpspeicherkraftwerke vor allem zur kurzfristigen Bereitstellung von teurer Spitzenlast und der besseren Auslastung von Grundlastkraftwerken wie Kernkraftwerken oder Braunkohlekraftwerken. Diese liefern möglichst konstante Leistung und können, abgesehen von Notfällen wie einem Lastabwurf, ökonomisch nur innerhalb von Stunden oder Tagen hoch- und heruntergefahren werden. Gleichzeitig gibt es im Tages- und Wochenverlauf einen stark schwankenden Stromverbrauch, der stets exakt gedeckt werden muss. Pumpspeicherkraftwerke boten eine Möglichkeit, den z. B. nachts oder zu absatzschwachen Tageszeiten ins Netz eingespeisten Grundlaststrom, der zu vergleichsweise günstigen Preisen verfügbar war, zeitlich versetzt in deutlich teurer absetzbaren Strom für Bedarfsspitzen umzuwandeln.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pumpspeicherkraftwerk#Entwicklung_seit_den_1920ern

Genau das entspricht meiner Formulierung, und ist das was uns Studenten bei der Exkursion zu den Kopswerken erklärt wurde, auf der die ENBW versuchte möglichst viele für Ihr Gebiet zu gewinnen.

Auch so eine Wunschvorstellung ist, dass sich seit 2010 beim Zubau von Pumpspeicherkraftwerken etwas verändert haben sollte. Das letzte größere Pumpspeicherkraft ging 2003 ans Netz (Goldisthal). Lang ist die Liste der aufgegebenen Projekte. Sie scheiterten an Kampagnen von Umweltschutzaktivisten oder wurden aus wirtschaftlichen Gründen gestoppt.

Das ist in der Tat ein Problem unserer Energiepolitk. Allerdings ist die Energiepolitik leider nur ein (wenn auch zentraler) Bereich, wo man den Eindruck nicht loswerden kann, daß das Land absichtlich gegen die Wand gefahren wird.

Heute wollen nur noch Idealisten und finanzielle Selbstmörder PSW bauen.

Wenn man sieht, wie der Staat bei anderen Projekten Geld in 7-10 Stelligen Summen verbrennt, sollte es auch möglich sein, hier zu investieren - Wenn es von den wirklich Mächtigen im Land gewollt würde.

Da Wind- und Solarkraftanlagen Einspeisevorrang haben, es von ihnen zu viele gibt (siehe Überschussproduktion) und meist in den Spitzenlastzeiten viel Strom erzeugen,

Ja, das ist ein Aspekt der meist nicht bekannt ist: Solar liefert zur Verbrauchsspitze.
Was eigentlich sehr sehr Preisreduzierend wirken sollte.

Aber warum dem Pöpel dies erklären, vorallem man mit den Schlagworten "Energiewende, etc PP" Kampfbegriffe höhere Renditen durchdrücken kann, schliesslich "muss" das ja wegen Umwelt, Klima... bla bla bla...

Daneben gibt es keine Planungssicherheit, weil man mit organisierten Protesten rechnen muss

Nun, wenn es gewollt ist, kann die Politik gegen diese Proteste ein Projekt durchdrücken. Bei Stuttgart 21 wurde das demonstriert, obwohl die Kritiker mit ihren Aussagen in allen Relevanten Bereichen inzwischen bestätigt sind.
Das böse erwachen mit den Bahntechnisch negativen Folgen kommt aber erst noch.

und weil die deutsche Energiepolitik mit "chaotisch" noch höflich umschrieben ist.

Hier liegt ein Problem, wo die Bürger mal nachschauen sollten. Aber dann wird man ja sofort als "Verschwörungstheoretiker" abgewehrt, wenn man benauptet, in unserer "Demokratie" läuft nicht alles so wie es soll. [PS: Wahrscheinlich soll es so, aber das ist eben ander als das was uns in Schule erzählt wurde, wie es sein soll]

Wie man sieht, weicht die Realität leider nur zu oft von Wunschvorstellungen ab. Die Welt ist nicht so, wie man sie sich wünscht, sondern so, wie sie ist.

Ja: Ich habe meine Anschauungen über die Welt bereits oft Nachjustiert, nachdem wie die Welt ist. Auch wenn es meist weh getan hat.

Ergänzung, im Thread gefunden:
https://www.energy-charts.info/charts/power/chart.htm?l=de&c=DE&legendItems=1000000000010000100000&source=total&interval=week&week=04

Hier sieht man, wie mit Pumspeichkraftwerken der Tagesverbrauch ausgeglichen wird, genau das, was ich meinte. (Und ja, das Stromsystem könnte instabil werden, wenn dies nicht ausgeglichen wird, sofern haben sie auch recht - Sowohlalsauch.-)

Sowie:
https://www.deutschlandfunk.de/studie-pumpspeicher-und-ihre-bedeutung-fuer-die-energiewende-100.html
Wenn auch leider die Projekte nicht umgesetzt wurden, was ein kapitaler Fehler ist, für den die Verbraucher jetzt zahlen. Aber wo jemand zahlt, ist immer auch jemand, der kassiert.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (11.07.2023 14:12).

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