Wie groß ist der Speicher?
Tagesverbrauch. Bei einem Tagesverbrauch von 10kwh brauchst du 10kwh Akkukapazität. Wenn du mehr Geld über hast kannst du natürlich auch mehr machen - bspw. 30kwh. Damit hast du bereits mehr als 3 Tage Sicherheit, weil auch an bewölkten Tagen noch Strom aus der PV fließt.
Praxis war bspw. eine Anlage in Chile (ähnliche Sonnenzeiten zu Deutschland), 3,5kwp PV Anlage, 5kwh Akku. Tagesverbrauch ca. 2-3kwh.
Wie groß ist die PV Anlage?
PV-Anlage für Inselanlagen legst du für den Winter aus. Im Winter produziert 1kwp im Schnitt 1kwh. Bei 10kwh Tagesverbrauch wären das also 10kwp. Auch hier gilt - je mehr desto besser. Im Endeffekt musst du zwischen Batteriegröße und PV-Größe Balancieren. Dann gehts aber meist eher um Geld (Akkus teuer, PV dagegen im Vergleich günstig - aber das ändert sich gerade und gleicht sich immer mehr an). Wenn du die Kohle hast würde ich 1,5 x Tagesverbrauch gehen. Also bei 10kwh Tagesverbrauch 15kwp. In Chile war es eher der Geldbeutel, der entschied, wie groß die Anlage werden kann. Aber die Praxis zeigt, dass wir da ganz gut kalkuliert haben - die Anlage hält jetzt schon mehrere Jahre und der Dieselgenerator musste in den Wintern zwischen 1 und 4 mal angeschmissen werden um die Akkus aufzuladen.
Wie groß ist der jährliche Verbrauch?
Die Anlage in Chile sollte einen Jahresbedarf von mind. 1000kwh decken. Aber für die Konzeptionierung einer Inselanlage ist der Jahresbedarf relativ unwichtig. Du rechnest mit dem Tagesbedarf und willst den im Winter mit PV abgedeckt kriegen. Netzgekoppelte Anlagen haben da einen klaren Vorteil, weil sie eben fehlenden Strom im Winter "von außen" abdecken können. Inselanlagen haben diesen Luxus nicht.
Zum Vergleich: Die Inselanlage in Chile mit 3,5kwp kann theoretisch im Jahr 3500kwh zur Verfügung stellen - gebraucht werden aber nur rund 1000kwh.
Wird auch elektrisch geheizt?
In der Inselanlage in Chile nicht. Wenn du mit Winter-PV in Inselanlage heizen willst brauchst du aber eine richtig dicke PV. Speicher dagegen relativ uninteressant, da du tagsüber heizen kannst und an bewölkten Tagen nicht so viel heizen musst. Gute Isolierung natürlich vorausgesetzt. Für Inselanlagen, die meist abseits von Zivilisation und damit anderen Häusern stehen, empfiehlt sich aber Holz als Energieträger zum Heizen. Das ist meist vor Ort vorhanden und viel billiger, als dafür eine PV Anlage zu installieren.
(Für ein 100m² Haus würde ich überschlagmäßig von mind. 20kwp nur für die Wärmepumpe ausgehen) Wer die Fläche (100m²) und das nötige Kleingeld (>8.000€) hat kann das aber natürlich auch realisieren.
Die Anlage in Chile hat sich längst amortisiert. Alleine schon der Anschluss ans Netz hätte 2.000$ gekostet. Danach dann monatliche Grundgebühr und Verbrauch pro kwh. (wären so ca. 20-30$/Monat gewesen). Die gesamte Anlage hat knapp 3.000$ gekostet (800$ für damals noch Bleiakkus, 800$ für den Konverter + Kabel, 1600$ für die Panels) - Aufbau in DIY, extra Schuppen für gebaut in guter Sonnenlage mit Nordrichtung (unten die Akkus und Konverter etc. drinne nebst Gartengeräten). Nordrichtung weil in Chile die Sonne im Norden ist ;-)