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  • Pnyx (1)

mehr als 1000 Beiträge seit 01.07.2017

Getriebene

In Bezug auf die Aktienrente und die anstehende Besetzung wesentlicher finanzpolitischer Posititionen kann man Strobel zustimmen. Der Rest ist von einer germanozentrischen Optik charakterisiert, die den Anschein erweckt, die Inflation finde nur in Deutschland statt.

Natürlich sind die Fantastillionen der Zentralbanken, die nun, in der Pandemie, im Gegensatz zur Finanzkrise '07 / '08, in dem sie fast vollumfänglich im Finanzsektor Löcher stopften zum Teil in den normalen Geldkreislauf geschoben wurden, ein wesentlicher Grund für den aktuellen inflationären Schub, wenn auch nicht der einzige. Realweltliche Verwerfungen aufgrund des von der Pandemie erzwungenen erratischen Wirtschaftsganges, haben die zuvor fast erstarrten Verhältnisse verflüssigt und die auf Kante genähten Lieferketten destabilisiert. Plötzlich gibt es Branchen, die händeringend nach Personal suchen, erstmals seit einigen Jahrzehnten haben Arbeitnehmer wieder bessere Karten. Vermutlich aber nicht lange, weil die Inflation die systemwidrige Nullzinspolitik defintiv über den Haufen werfen wird.

Der Aufkauf von Wertpapieren durch die Zentralbanken dauert nun schon gefühlt ewig, so dass sich bereits ein hoher Anteil in Zentralbankenbesitz befindet. In gewissen Fällen nähert man sich wohl der 50 Prozent-Grenze. Da ist also eine Selbstaufhebung des Marktes im Gang, eine Art Autophagie. Naturgemäss kann das nicht ewig so weitergehen, muss aber, weil die Märkte zu schwach sind für die Aufnahme, Honorierung dieser gigantischen Pseudowerte. Tapering wird zwar kommen, aber wie bei früheren Gelegenheit nicht weit und sofort ins Gegenteil verkehrt, wenn wieder konjunkturelle Wolken aufziehen. Mit anderen Worten - die Zentralbanken sind nicht Treibende, sondern Getriebene, bei ihnen gilt im wahrstmöglichen Sinn TINA.

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