USA planen 12-Milliarden-Dollar-Reserve für kritische Mineralien
(Bild: William Potter / Shutterstock.com)
Washington will Hersteller vor Lieferengpässen schützen. Ein neues Projekt soll die Abhängigkeit von China bei Seltenen Erden verringern.
Die Trump-Regierung kündigt ein ambitioniertes Vorhaben an: Mit zwölf Milliarden US-Dollar Startkapital soll eine zivile strategische Reserve für kritische Mineralien entstehen.
Das Ziel besteht darin, die amerikanische Industrie gegen Lieferausfälle und Preissprünge abzusichern und gleichzeitig die Abhängigkeit von chinesischen Rohstofflieferungen zu reduzieren.
Erstmals zivile Vorräte für die Industrie
Bislang existiert in den USA lediglich eine Mineralienreserve für militärische Zwecke. Das neue Programm namens "Project Vault", über das jetzt Bloomberg und Reuters berichtet haben, richtet sich hingegen an zivile Hersteller aus der Automobil-, Luftfahrt- und Technologiebranche.
Die Finanzierung setzt sich laut Bloomberg aus zwei Komponenten zusammen: Private Investoren steuern 1,67 Milliarden US-Dollar bei, während die staatliche Export-Import-Bank ein Darlehen über zehn Milliarden US-Dollar bereitstellt. Der Bankvorstand entscheidet am Montag über diese Rekordfinanzierung mit 15-jähriger Laufzeit.
Eingelagert werden sollen unter anderem Gallium und Kobalt – Rohstoffe, die für die Produktion von Smartphones, Akkus und Flugzeugturbinen unverzichtbar sind. Auch Seltene Erden und weitere Metalle mit stark schwankenden Marktpreisen gehören zum geplanten Sortiment.
Große Konzerne sichern sich Zugang
An dem Konsortium beteiligen sich mehr als zwölf Unternehmen, wie Bloomberg unter Berufung auf Regierungsbeamte berichtet. Darunter befinden sich die Autobauer General Motors und Stellantis, der Flugzeughersteller Boeing sowie die Technologiekonzerne Corning, GE Vernova und Alphabet.
Drei Rohstoffhandelsfirmen – Hartree Partners, Traxys North America und Mercuria Energy Group – übernehmen demnach den Einkauf der Materialien.
Das Konzept soll so funktionieren: Teilnehmende Firmen melden ihren Bedarf an und zahlen Vorabgebühren sowie laufende Lagerkosten. Im Gegenzug können sie bei Engpässen auf die Vorräte zugreifen, müssen diese jedoch anschließend wieder auffüllen. Bei schwerwiegenden Versorgungskrisen steht ihnen das gesamte Lager offen.
Pekings Exportbeschränkungen als Auslöser
Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter chinesischer Ausfuhrkontrollen. Im vergangenen Jahr schränkte Peking den Export bestimmter Rohstoffe ein, woraufhin einige US-Produzenten ihre Fertigung drosseln mussten.
China kontrolliert große Teile der weltweiten Förderung und Verarbeitung strategischer Mineralien.
In Washington werfen Politiker der Volksrepublik vor, durch gezielte Preissteuerung amerikanische Unternehmen zu benachteiligen. Eine überparteiliche Abgeordnetengruppe brachte kürzlich einen Gesetzentwurf für eine zusätzliche Reserve im Umfang von 2,5 Milliarden US-Dollar ein.
Regierung verwirft Preisgarantien
Parallel zu den Lagerplänen vollzieht die Regierung eine Kehrtwende bei einem anderen Förderinstrument. Ursprünglich hatte Washington erwogen, heimischen Minenbetreibern Mindestpreise für ihre Produktion zu garantieren.
Von diesem Ansatz nimmt die Administration nun Abstand, wie aus Branchenkreisen verlautet. Bei einem Treffen Anfang des Monats erklärten Regierungsvertreter den Unternehmenschefs, ihre Projekte müssten wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen.
Als Gründe gelten fehlende Haushaltsmittel des Kongresses sowie rechtliche Unwägbarkeiten. Zudem warnen Kritiker, dass staatliche Preisgarantien bei fallenden Weltmarktpreisen hohe Kosten für die Steuerzahler verursachen könnten.