Vorsicht vor der Gold-Blase: Wie lange hält der Höhenflug noch an?
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Silber nähert sich 50 Dollar, Platin zieht mit. Doch Experten warnen: Trotz Rekordhöhen und Anleger-Hype birgt der Goldboom auch Risiken.
Gold befindet sich derzeit auf einem Höhenflug. Der Preis für das Edelmetall hat in diesem Monat die Marke von 3.800 US-Dollar pro Unze überschritten und damit einen neuen Rekordwert erreicht, wie Bloomberg berichtet.
Gold legte im September um mehr als zehn Prozent zu und ist auf dem Weg zum größten Jahresgewinn seit 1979 mit einem Plus von etwa 45 Prozent.
Globale Krisen treiben Anleger in den sicheren Hafen Gold
Die Gründe für den Goldrausch sind vielfältig. Die Pattsituation in Washington schürt Befürchtungen vor einem Shutdown der US-Regierung, der wichtige Wirtschaftsdaten verzögern könnte.
Hinzu kommen die Sorgen über die Auswirkungen der Handelskriege von US-Präsident Donald Trump und geopolitische Spannungen. In unsicheren Zeiten suchen Anleger verstärkt Zuflucht in Gold als sicherem Hafen.
Auch die Nachfrage seitens der Zentralbanken und die Wiederaufnahme der Zinssenkungen durch die US-Notenbank Federal Reserve haben die Preise gestützt.
Seit 2022 haben die offiziellen Goldkäufe der Zentralbanken laut Michael Hsueh von der Deutschen Bank einen deutlichen Sprung gemacht und liegen um 400 bis 500 Tonnen pro Jahr höher als in den stärksten Jahren der 2010er.
Anleger stürzen sich auf Gold-ETFs und Minenaktien
Doch nicht nur Zentralbanken, auch Privatanleger haben Gold für sich entdeckt. Die Menge an Gold, die von börsengehandelten Fonds (ETFs) gehalten wird, ist seit Sommer 2024 von knapp über 81 Millionen auf über 96 Millionen Feinunzen gestiegen.
Laut Hsueh war 2025, gemessen an den akkumulierten Unzen, das drittstärkste Jahr seit Einführung von Gold-ETFs nach 2020 und 2009.
Parallel dazu boomen die Aktien der Goldminenunternehmen. Im dritten Quartal erzielten sie durch Neuemissionen, Platzierungen und Blockgeschäfte Rekorderlöse von 6,7 Milliarden US-Dollar, wie Bloomberg-Daten zeigen.
Allein der Börsengang von Zijin Gold International in Hongkong brachte 3,2 Milliarden US-Dollar ein. Der MSCI-Index für globale Goldminenunternehmen hat sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt.
Risiken und Herausforderungen im Goldsektor
Doch es gibt auch warnende Stimmen. Einige Experten sehen laut Bloomberg Gold bei den aktuellen Kursen als teuer an. Entscheidend dürften die US-Zinspolitik und die fiskalische Verantwortung der US-Regierung sein.
Sollte der Druck auf die Fed nachlassen, die Zinsen zu senken, oder die USA zu mehr Haushaltsdisziplin zurückkehren, könnte dies den Goldpreis bremsen.
Auch die Goldminenunternehmen stehen vor Herausforderungen. Der Rücktritt von Mark Bristow als Chef von Barrick Mining erinnert, so heißt es bei Bloomberg, an die operativen und Managementrisiken in der Branche. Zudem wird es für die Unternehmen immer schwieriger, neue Goldvorkommen zu finden, um die Produktion zu steigern.
Im Windschatten des Goldes legen auch andere Edelmetalle zu. Silber ist seit Jahresbeginn um etwa 62 Prozent gestiegen und nähert sich der 50-Dollar-Marke pro Unze. Platin holt ebenfalls auf, auch wenn es nie eine echte monetäre Rolle gespielt hat.