Schnellinfo: Was Sie zur Bundestagswahl heute wissen müssen

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Heute wählt Deutschland einen neuen Bundestag. 59 Millionen Bürger sind nach dem Ampel-Aus zur vorgezogenen Wahl aufgerufen. In einem Aspekt ist diese Wahl einzigartig
Am heutigen 23. Februar 2025 sind rund 59 Millionen Wahlberechtigte in Deutschland aufgerufen, bei der vorgezogenen Bundestagswahl ihre Stimme abzugeben. Die Wahl wurde notwendig, nachdem die Ampelkoalition im November letzten Jahres zerbrochen war. Die Bürgerinnen und Bürger entscheiden nun über die Zusammensetzung des neuen Parlaments und die Regierung für die nächsten vier Jahre.
Wahlberechtigt sind alle deutschen Staatsbürger, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind. Eine Pflicht zur Stimmabgabe gibt es nicht, die Teilnahme ist freiwillig. Die Wähler haben zwei Stimmen: Mit der Erststimme wählen sie eine Direktkandidatin oder einen Direktkandidaten aus ihrem Wahlkreis, mit der Zweitstimme eine Partei. Der Bundestag wird kleiner als bisher, maximal 630 Abgeordnete sollen einziehen.
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Laut Umfragen führt seit Wochen die Union aus CDU und CSU, gefolgt von der AfD auf Platz 2. SPD und Grüne kämpfen um den dritten Platz, während FDP, Linkspartei und das BSW um den Einzug ins Parlament bangen. Mit Olaf Scholz (SPD), Friedrich Merz (Union), Robert Habeck (Grüne) und Alice Weidel (AfD) treten gleich vier Kandidaten als Kanzlerkandidaten an – so viele wie nie zuvor in der Geschichte der Republik.
Die Themen
Der Wahlkampf wurde von den Themen Wirtschaftspolitik sowie Asyl- und Zuwanderung dominiert. Andere wichtige Themen wie Klimapolitik, Rente, bezahlbares Wohnen oder Familienpolitik kamen dabei teilweise zu kurz. Nach der Wahl stehen mehrere Koalitionsmöglichkeiten zur Debatte, darunter Schwarz-Rot, Schwarz-Grün oder sogar Schwarz-Rot-Grün. Eine Koalition mit der AfD schließen alle Parteien aus.
Die Regierungsbildung
Wer auch immer die Wahl gewinnt, steht vor großen Herausforderungen: Das Verhältnis zu den USA und Russland muss neu verhandelt, die Waffenhilfe für die Ukraine auf eine neue Grundlage gestellt werden. Innenpolitisch stehen Entscheidungen zur Schuldenbremse, zur Rente und zum Arbeitsmarkt an.
Die Wahlzeiten
Die Wahllokale sind noch bis 18 Uhr geöffnet. Wer seinen Wahlschein und die Benachrichtigungskarte nicht mehr hat, kann auch mit dem Personalausweis wählen gehen. Wahlexperten rechnen wegen der besonderen Umstände mit einem eher späten vorläufigen Ergebnis, möglicherweise erst gegen Mitternacht. Bis zur Bildung einer neuen Regierung führt die bisherige Regierung die Amtsgeschäfte weiter.