KI im Bildungssystem: Vom Tabu zum Erfolgsrezept?

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KI-Tools wie ChatGPT revolutionieren das Lernen. Mehr als ein Drittel nutzt die Technologie beim. Studium. Was bedeutet das für die Bildung?
Eine repräsentative Studie der IU Internationalen Hochschule zeigt: Mehr als ein Drittel der Befragten in Deutschland hat bereits bewusst Erfahrungen mit KI-Technologien wie ChatGPT beim Lernen gesammelt. Laut dem "IU Lernreport 2024" nutzen 23,4 Prozent dieser Gruppe KI auch zur Prüfungsvorbereitung. Mit Erfolg: Fast 58 Prozent gaben an, dass sich ihre Lern- und Prüfungsergebnisse durch den KI-Einsatz verbessert haben.
Die größten Vorteile von KI-Tools im Lernkontext sehen die Befragten in der örtlichen und zeitlichen Flexibilität (41,8 Prozent/ 39,7 Prozent) sowie im selbstbestimmten Lerntempo (36,1 Prozent). Auch die Möglichkeit, vermeintlich "dumme Fragen" zu stellen (34,8 Prozent) und personalisiert zu lernen (33,8 Prozent) werden geschätzt. Nur acht Prozent sehen gar keine Vorteile.
Schnellere Lernerfolge
Eine interne Analyse der IU bestätigt zudem den schnelleren Lernerfolg: Studierende, die den KI-Lernassistenten für Tests vor der Prüfung nutzen, schließen Kurse bis zu 27 Prozent zügiger ab. Prof. Dr. Kristina Schaaff von der IU resümiert: "KI-Technologien sind aus dem Lernalltag nicht mehr wegzudenken. Sie flexibilisieren und individualisieren den Lernprozess."
Zuversicht in die Zukunft
Eine weitere Umfrage der IU unter Erwerbstätigen ergab: Knapp ein Drittel glaubt, dass ChatGPT und vergleichbare Tools die Lebensqualität in den kommenden zehn Jahren sehr verbessern werden. Bedenken gibt es vorwiegend wegen möglicher Falschinformationen (29,9 Prozent) und Datenschutzfragen (29 Prozent). 47,3 Prozent der Teilnehmer finden zudem, dass die Chancen und Risiken von KI in der Öffentlichkeit und Politik bisher nicht ausreichend diskutiert werden.
Wirkung auf Arbeitsmarkt
Laut einer Studie des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft sehen zwei Drittel der Unternehmen, die KI einsetzen oder dies planen, großes Potenzial, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. KI könne fehlende Fachkräfte überbrücken, Produktivität und Effizienz steigern sowie Arbeitsplätze aufwerten, so die Ergebnisse.
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Die Studien zeigen: KI wird bereits vielfältig im Lern- und Arbeitskontext genutzt und bietet Chancen von der Verbesserung des persönlichen Lernerfolgs bis hin zur Bewältigung gesamtgesellschaftlicher Herausforderungen wie des Fachkräftemangels. Um Vertrauen zu schaffen, braucht es aber auch eine breite Diskussion über Risiken und klare Rahmenbedingungen für den Einsatz von Systemen wie ChatGPT.