Sondierungspapier: Das wollen SPD und Union in der Migrationspolitik erreichen

Migrationspolitik wird unter der künftigen Großen Koalition schärfer. Bild: Bartolomiej Pietrzyk/ Shhutterstock.com
SPD und Union planen eine massive Verschärfung der Migrationspolitik. Ein Sondierungspapier zeigt die Pläne. Was die Parteien konkret vorhaben, dürfte viele überraschen.
Wie aus einem Papier zur Einigung auf Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Union hervorgeht, das Telepolis exklusiv vorliegt, wollen die Parteien die Zuwanderung nach Deutschland zukünftig deutlich begrenzen und steuern. "Das Ziel der 'Begrenzung' der Migration wollen wir - zusätzlich zur 'Steuerung' - wieder ausdrücklich in das Aufenthaltsgesetz aufnehmen", heißt es in dem Papier, das Telepolis am Samstagabend in voller Länge veröffentlichte.
Konkret planen die Parteien unter anderem "in Abstimmung mit unseren europäischen Nachbarn Zurückweisungen an den gemeinsamen Grenzen auch bei Asylgesuchen". Zudem sollen freiwillige Bundesaufnahmeprogramme "soweit wie möglich" beendet und keine neuen Programme aufgelegt werden. Der Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten soll befristet ausgesetzt werden.
Eine "Rückführungsoffensive" soll die Zahl der Abschiebungen steigern. Dafür wollen SPD und Union gesetzliche Regelungen erarbeiten, "um die Zahl der Rückführungen zu steigern". Die Möglichkeiten zur Aberkennung des Schutzstatus bei Straftätern sollen "konsequenter" angewendet werden. Verstärkt sollen zudem Migrationsabkommen abgeschlossen werden, "um legale Zuwanderung zu steuern und die Rücknahmebereitschaft sicherzustellen".
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Um die "irreguläre Migration zu reduzieren" wollen SPD und Union "alle rechtstaatlichen Maßnahmen ergreifen". Die Fachkräfteeinwanderung soll dagegen vereinfacht werden. Dafür soll der "gesamte Fachkräftegewinnungsprozess" durch "umfassende Digitalisierung" beschleunigt werden. Die sogenannte Westbalkan-Regelung soll auf 25.000 Personen pro Jahr begrenzt werden.