Chile verhängt Ausnahmezustand nach massivem Stromausfall

Eine lateinamerikanische Stadt im Dunkeln

Eine Stadt im Dunkeln (Symbolbild): Von dem Stromausfall waren mehr als acht Millionen Haushalte betroffen

(Bild: ricobarinas/Shutterstock.com)

Regierung schickt Armee und Polizei zur Kontrolle auf die Straßen. Acht Millionen Haushalte ohne Strom. Ursache war Versagen einer Hochspannungsleitung.

Als Reaktion auf einen weitreichenden Stromausfall, der den Großteil des Landes ohne Elektrizität zurückließ, hat Chiles Regierung am Dienstag eine Ausgangssperre verhängt und Armee sowie Nationalpolizei zur Patrouille auf die Straßen geschickt.

Auch Hauptstadt im Dunkeln

Der massive Blackout, der am Nachmittag begann, betraf laut Behörden acht Millionen Haushalte in dem südamerikanischen Land mit 19 Millionen Einwohnern. Das betroffene Gebiet erstreckte sich über 900 Kilometer von Arica im Norden, wo sich viele der Kupferminen des Landes befinden, bis Los Lagos im Süden.

In der Hauptstadt Santiago fielen Ampeln aus, Menschen steckten in Aufzügen fest und das U-Bahn-Netz wurde lahmgelegt, berichtet die spanische Zeitung El País.

Bis Mitternacht war die Stromversorgung für 90 Prozent der Privathaushalte wiederhergestellt, wie der nationale Stromnetzbetreiber mitteilte. Die Behörden versprachen, dass bis zum Morgengrauen alle Haushalte wieder mit Strom versorgt sein würden.

Boric macht private Netzbetreiber verantwortlich

Der landesweite Blackout, der größte seit Jahren in Chile, wurde durch den Ausfall einer Hochspannungsleitung im Norden des Landes verursacht, sagte Innenministerin Carolina Toha. Gleichzeitig schloss sie Sabotage aus.

In einer nächtlichen Fernsehansprache machte der linksgerichtete Präsident Gabriel Boric private Netzbetreiber für den Stromausfall verantwortlich und kündigte Konsequenzen an.

"Was heute vorgefallen ist, ist empörend, weil es nicht hinnehmbar ist, dass ein oder mehrere Unternehmen das tägliche Leben von Millionen Chilenen beeinträchtigen. Deshalb ist es die Pflicht des Staates, sie zur Verantwortung zu ziehen", sagte Boric.