Artenschutz für Daimler&Co.?

Seite 2: Ein (legaler) Steuerbetrug

Der folgende Beitrag ist vor 2021 erschienen. Unsere Redaktion hat seither ein neues Leitbild und redaktionelle Standards. Weitere Informationen finden Sie hier.

Aus Großbritannien berichtet The Guardian, dass dem dortigen Finananzamt vermutlich allein durch die seit 2010 zugelassenen neuen Fahrzeuge 2016 zwei Milliarden Pfund (2,26 Milliarden Euro nach aktuellem Kurs) entgangen sind.

Das liege daran, dass Großbritannien CO2-arme Fahrzeuge steuerlich stark begünstigt und die Neuwagen aber aufgrund falscher Angaben zu günstig eingestuft worden seien. Die Fahrzeuge würden tatsächlich die von den Herstellern angegebenen Werte für CO2-Emissionen im Durchschnitt um 42 Prozent übersteigen.

Der Bericht erwähnt zugleich, dass unter realistischen Bedingungen durchgeführte Tests ergeben hätten, dass einige der neuesten Diesel ganz ohne Betrugssoftware auf sehr niedrige Stickoxidwerte kämen, besser abschnitten als Benziner und damit vermutlich zu den saubersten je verkauften Autos gehörten.

Auch die Zeit schreibt über Steuerausfälle durch den Dieselbetrug und beziffert sie für Deutschland auf 1,2 Milliarden im Jahre 2016. Beide Zeitungen beziehen sich auf eine im Auftrag der europäischen Grünen erstellte Studie.

Die CO2-Werte seien, so die Zeit, mit legalen Tricks geschönt worden. Diese bestünden vor allem darin, dass die vorgeschriebenen Testbedingungen in den entsprechenden Labors wenig mit dem Alltag auf der Straße zu tun haben. Ähnliches gilt übrigens auch für das Stickoxid.

Geschicktes Lobbying der Branche hatte offensichtlich dafür gesorgt, dass die Normen entsprechend definiert wurden. Ab September 2018 soll sich das laut Zeit ändern. Dann würden die Emissionswerte der Fahrzeuge auch im realen Straßenverkehr getestet.